Das Google‑Play‑Systemupdate hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Android‑Geräte beeinträchtigt. Bei Xiaomi‑ und Poco‑Modellen wurden unter anderem App‑Berechtigungen zurückgesetzt, was dazu führte, dass einzelne Banking‑Apps nicht mehr funktionierten oder auch Bluetooth und Hotspot den Dienst verweigerten. Teilweise werden die Geräte plötzlich auch als „gerootet“ erkannt, womit Google Pay nicht mehr funktioniert. Wir haben an dieser Stelle bereits darüber berichtet. Auf Motorola‑Geräten traten noch gravierendere Probleme auf: Bluetooth war vollständig funktionsunfähig, sämtliche Apps wurden nach Installation des November‑Updates gelöscht, und einige Geräte gerieten in eine Boot‑Schleife. Durch umfangreiche Tests konnte ich für beide Gerätekategorien (Xiaomi/Poco sowie Motorola) einen funktionierenden Workaround ermitteln. Die Umsetzung ist jedoch mit einigem Aufwand verbunden.
1. Datensicherung vor dem Update
Vor jeglichen Massnahmen müssen alle relevanten Gerätedaten gesichert werden. Dies betrifft insbesondere Chat‑Anwendungen wie WhatsApp, Signal oder Threema. Auch andere App‑Daten sollten gesichert werden; bei Banking‑Apps empfiehlt es sich, neue Zugangscodes zu generieren oder diese bei der Bank anzufordern. Ein Google‑Backup ist nicht zwingend erforderlich, da es ausschliesslich während des Ersteinrichtungsprozesses wiederhergestellt werden kann (was wir aber nicht machen). Für die Sicherung von SMS und Anrufverläufen eignet sich die App SMS Backup & Restore, die über den Play Store oder als APK verfügbar ist. Die kostenpflichtige Pro‑Version bietet zusätzlichen Komfort und ist aus meiner Sicht empfehlenswert. Wer weiss wie, kann die App auch als Pro-Version via Google-Suche beziehen *hust*.
2. Werksreset statt Installation des fehlerhaften Updates
Das problematische November‑Update sollte nicht installiert werden. Stattdessen wird ein Werksreset des Geräts durchgeführt. Während der anschliessenden Ersteinrichtung dürfen keine alten Backups eingespielt werden. Lediglich das Google‑Konto sollte hinzugefügt werden. Nach Abschluss der Einrichtung öffnet man die Geräteeinstellungen und sucht den Menüpunkt Google Play System Update. Je nach Gerät kann dieser an unterschiedlichen Stellen zu finden sein. Falls die Update‑Suche ausgegraut ist, hilft in der Regel ein Neustart. Falls Ihr das Update bereits installiert, aber noch nicht neugestartet habt, könnt Ihr an dieser Stelle ebenfalls den Werksreset durchführen.
3. Installation des aktuellen Updates
Sobald die Update‑Funktion verfügbar ist, wird ein neues Systemupdate angeboten. Stand Januar 2026 handelt es sich nicht mehr um das fehlerhafte November‑Update, sondern um das aktuelle Januar‑Update. Dieses kann ohne Bedenken installiert werden. Nach der Installation erfolgt ein automatischer Neustart. Das Gerät sollte anschliessend wieder regulär starten und vollständig funktionsfähig sein – inklusive Bluetooth und aller Systemdienste. Es lohnt sich ein erneuter Blick auf den „Update suchen“ Button. Eventuell gibt es zwischenzeitlich noch weitere, kleinere Bugfixes, die Google ausgeliefert hat.
4. Wiederherstellung der Apps und Daten
Im nächsten Schritt müssen die zuvor verwendeten Apps erneut installiert werden. Dies geschieht über den Play Store im Bereich der nicht installierten Apps. Der SMS‑ und Anrufverlauf kann anschliessend über SMS Backup & Restore wiederhergestellt werden. Banking‑Apps lassen sich mithilfe der zuvor generierten Zugangscodes erneut einrichten.
Nach Abschluss dieser Schritte läuft das Smartphone wieder stabil und mit dem aktuellen Google‑Play‑Systemupdate (Stand Januar 2026). Frühere Systemreste, die zu den beschriebenen Problemen geführt haben, sind entfernt. Es bleibt zu hoffen, dass Google zukünftige Systemupdates zuverlässiger ausliefert, da sich diese nicht deaktivieren lassen.
SMS Backup & Restore (Kostenlos, Google Play) →
Der Beitrag Google Play System Updates legen Geräte lahm – Workaround erschien zuerst auf WindowsUnited.