Mit der Google Maps Timeline dem Gesundheitsamt helfen

Wenn wir eine Forderung in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder gehört haben, dann doch wohl die: “Die Gesundheitsämter müssen digitaler werden!” Klingt logisch. Keiner widerspricht. Diese Forderung laut auszurufen oder in Talk-Shows zum Besten zu geben, ist ohne Risiko. Alle sind im Grunde derselben Meinung.

Nur: Hören wir auch Vorschläge, wie genau das gehen soll? Eher wenige. Eine bessere Anbindung an die Corona Warn App? Ja, das wäre zweifellos sinnvoll. Aber was noch? Was können wir machen, damit die Gesundheitsämter genau jetzt, in diese schwierigen Zeiten entlastet werden?

Jeder einzelne Kontakt muss im Falle einer Infektion gemeldet werden; Rechte: WDR/Schieb

Jeder einzelne Kontakt muss im Falle einer Infektion gemeldet werden

“Kadoin” hilft beim Ausfüllen – und Erinnern

Es … … weiterlesen

Microsoft und sein problematischer “Productivity Score”

Wenn wir von Big Data sprechen, haben die meisten nur eine vage Vorstellung davon, was damit gemeint ist: Unfassbar viele Daten – und am Ende kommt irgendwas raus. Statistik halt.

Big Data bekommt immer dann besondere Brisanz, wenn man plötzlich – erkennbar! – davon selbst betroffen ist. So ist es zum Beispiel mit dem “Productivity Score” (Produktivitätswert), den Microsoft vor einigen Tagen eingeführt/vorgestellt hat. Eine neue Statistikfunktion, die es Chefs in Unternehmen erlauben soll festzustellen, wie “aktiv” einzelne Mitarbeiter/innen sind.

Microsoft-Manager Jared Spataro erklärt die neue Funktion; Rechte: WDR/Schieb

Microsoft-Manager Jared Spataro erklärt die neue Funktion

Wie produktiv bist Du? Microsoft weiß es…

Wie viele E-Mails gehen pro Tag per Outlook raus? Wie viele Chats führen die Mitarbeiter in Microsoft Teams – und wie lange … … weiterlesen

Mit Games das Corona-Virus bekämpfen

“Eve Online” ist ein faszinierendes Computerspiel: Seit 17 Jahren brausen die Spieler in Raumschiffen durch das virtuelle All, treiben Handel und liefern sich Weltraumschlachten. Und seit 2015 können sie auch aktiv die Wissenschaft unterstützen. Seit einigen Monaten auch im Kampf gegen das Corona-Virus.

Die Idee ist so simpel wie brillant: In “Eve Online” gibt es das “Project Discovery”. Das ist ein Minispiel, in dem die Game-Piloten in einem Koordinatensystem Punkte-Wolken umkreisen müssen. Einfacher geht es kaum: Wolken-Ansammlung erkennen, mit der PC-Maus einen Rahmen drum herum zeichnen, fertig. Der Clou aber: Dieses Minispiel wird gefüttert mit wissenschaftlichen Daten. Die Punkte stellen Eigenschaften von Zellen dar und wie sie auf das Corona-Virus reagieren. Jedes Minispiel ist so eine kleine Datenanalyse.

So wird in "Eve Online" eine wissenschaftliche Analyse durchgeführt. Bild: CCP Games… weiterlesen

Wie nachhaltig ist die Digitalisierung eigentlich?

Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Das sind die beiden Schwerpunktthemen auf dem Digitalgipfel dieses Jahr, der heute (01.12.2020) endet. Es geht vor allem darum, wie Digitalisierung helfen kann, unsere Alltagsaufgaben besser zu lösen.

Etwa: Können Drohnen in der Landwirtschaft helfen, lassen sich mit KI Verkehrsströme optimieren – und kann man so Energie sparen? Es gibt zweifellos viele interessante Ansätze. Es geht darum, die Richtigen rauszupicken und loszumarschieren.

Digitalisierung birgt auch viele Nachteile

Gleichzeitig ist Digitalisierung aber auch eine enorme Herausforderung – denn es sind auch viele Nachteile damit verbunden. Allen voran der enorme Energiebedarf: Rechenzentren verbrauchen sehr viel Energie. Jetzt schon rund 2,7% des europäischen Strombedarfs. Tendenz: Steigend. Die EU will das ungebremste Wachstum des Energiehungers eindämmen. Aus ökologischen Gründen. Das ist richtig und wichtig – und damit auch Thema auf dem Digitalgipfel.

Viel zu wenig beachtet bislang ist aber auch die Frage, wo all die Rohstoffe herkommen, die in moderner … … weiterlesen

Europa will Datenkontinent Nr. 1 werden

EU-Digital-Kommissarin Margrethe Vestager ist dafür bekannt, unerschrocken die großen US-Konzerne mit Nachdruck zu kritisieren – und ihnen auch klare Grenzen zu stecken. Soweit das heutzutage angesichts der Uneinigkeit in einer Europäischen Union und vor allem in einer globalisierten Welt überhaupt möglich ist.

Doch nun geht sie einen entscheidenden Schritt weiter: Mit konkreten Ideen und Plänen will sie die EU aus den Klauen der US-Riesen befreien.

EU-Digitalkommissarin Magrethe Vestager; Rechte: WDR/Schieb

EU-Digitalkommissarin Magrethe Vestager will Europa zu einem “Datenkontinent” machen

Data Governance Act: Den Schatz der Daten heben

Vestagers Ziel: Europa soll Datenkontinent Nummer 1 werden. Das “Data Governance Act” getaufte Konzept klingt äußerst ambitioniert, wenn man den Vorsprung der Amerikaner und übrigens aus der Asiaten bedenkt. Aber: Ambitioniert ist gut. Denn alles andere reicht nicht, um … … weiterlesen

Warum zensiert Youtube harmlose Videos?

Der Influencer Rezo (“Die Zerstörung der CDU”) erreicht mit seinen Videos auf Youtube nicht selten über eine Million Menschen. Eines seines Videos verbreitete sich zuletzt aber zunächst nicht so gut, möglicherweise, weil Youtubes Algorithmus von Maskenverweigerern und der rechten Szene ausgenutzt wurde.

Rezo ärgert sich über Maskenverweigerer

Der Titel des Videos ist eindeutig: “Wenn Idioten deine Freiheit und Gesundheit gefährden…“. Er meint damit Maskenverweigerer, die sich bei mehreren Demonstrationen nicht an Abstandsregeln gehalten haben und offen ein Bündnis mit Rechtsradikalen eingehen.

Rezo beklagt, dass Behörden und Polizei die Verstöße bei den Demonstrationen herunterspielen und vergleichsweise defensiv agieren, obwohl es gewalttätige Übergriffe gegeben hat, auch auf Journalisten.

Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Leipzig.… weiterlesen

Amazons ungenierte Überwachungspraktiken

Amazon bereitet sich gerade – wie alle andere Onlinehändler rund um den Globus – aufs Weihnachtsgeschäft vor. Der Black Friday steht unmittelbar vor der Tür. Der umsatzstärkste Tag des Handels – und deshalb nicht nur für Amazon der eigentliche Festtag im Jahr.

US-Magazin legt Überwachungspraktiken von Amazon offen

Da passt es dem Konzern so gar nicht, dass das US-Onlinemagazin Vice ausgerechnet jetzt pikante interne Papiere präsentiert. Sie belegen, dass Amazon seine Mitarbeiter penibel überwacht. Nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch in ihrer Freizeit. Und Amazon bestreitet die Echtheit der mehrere Dutzend vorliegenden Unterlagen nicht.

Verteilen die Mitarbeiter Flugblätter? Bereiten sie Streiks vor oder nehmen sie daran teil? Gibt es Treffen mit Gewerkschaftern? Amazon hat offensichtlich eine Art interne Stasi, die alles penibel beobachtet, registriert und dokumentiert. Auch Drogenkonsum ist ein Thema: Nehmen die Mitarbeiter Drogen, wohnen sie in Drogen-Hotspots? Und vieles andere mehr.

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DeepNude: Wenn KI aus Bildern Nacktbilder macht

In den Siebzigern waren sie ein Partyknüller: Sogenannte “Röntgenbrillen”, die angeblich einen lüsternen Blick durch die Textilien hindurch gewähren. Das hat zwar nie wirklich funktioniert – aber wohl zumindest die Phantasie der Brillenträger beflügelt.

DeepNude wurde mit Tausenden Aufnahmen “trainiert”

Tatsächlich ist die Technik heute in der Lage, genau das zu ermöglichen, was mit der Röntgenbrille versprochen wurde: Es gibt eine Software, DeepNude genannt, die aus ganz gewöhnlichen Porträtaufnahmen im Handumdrehen Nacktbilder macht. Das Versprechen diesmal: DeepNude zeigt Menschen unbekleidet. Die Textilien werden durch realistisch aussehende nackte Haut ersetzt.

Das Ganze gab es kurzzeitig mal als App. Die wurde nach Protesten aber entfernt. Heute geht es anders: Auf Telegram können User Fotos an einen Bot schicken – und der macht innerhalb kürzester Zeit ein künstlich erzeugtes Nacktbild daraus und sendet es zurück. Kostenpunkt: etwas mehr als ein Euro.

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Twitter Fleets: Von wegen schnell verschwunden!

Seit ein paar Tagen gibt es bei Twitter eine Funktion, die sich “Fleets” nennt (von Englisch “fleeting”, flüchtig), aber eigentlich besser “Twitter Stories” getauft worden wäre.

Denn das sind diese Twitter Fleets: Postings, die nach 24 Stunden wieder automatisch verschwinden, also nur zeitlich begrenzt existieren sollen. So, wie man das von Instagram Stories und Facebook Stories bereits kennt. Optisch ist die Bedienleiste am oberen Rand der Twitter-App von den Instagram Stories praktisch nicht zu unterscheiden.

Zwar kommen noch ein paar Funktionen dazu, etwa Sticker und Live-Übertragungen – dann sieht wirklich alles so aus wie auf Instagram. Aber so ist der Lauf der Dinge: Instagram, Twitter und Snapchat gucken sich stets ab, was beim anderen gut funktioniert – und werden einander so immer ähnlicher.

Tweets lassen sich jetzt auch in einem Fleet teilen; Rechte: WDR/Schieb… weiterlesen

Telegram, die Manipulationsmaschine

Eine aktuelle Studie der Universität Leipzig lässt aufhorchen: Danach glauben mittlerweile 30,4 Prozent der Deutschen mehr oder weniger an Verschwörungen. An Mächte, die unsere Geschicke lenken.

Gut 38 Prozent glauben sogar, es gebe “geheime Organisationen, die großen Einfluss auf politische Entscheidungen haben”. Politiker seien nur “Marionetten der dahinterstehenden Mächte”.

Verschwörungstheorien rund um Bill Gates; Rechte: WDR/Schieb

Verschwörungstheorien rund um Bill Gates explodieren im Netz

Viele Verschwörungen im Kern antisemitisch

Geheime Organisationen – nicht etwa Konzerne oder Lobbyisten. Und: Viele Verschwörungserzählungen sind im Kern antisemitisch, so auch die der QAnon-Anhänger. Die Internet-Plattformen sind zwar nicht der Grund dafür, aber doch ein Turbolader bei der Verbreitung.

Facebooks Algorithmen präsentieren seit zwei Jahren bevorzugt Meldungen von Freunden und Bekannten, zum Nachteil von seriösen Quellen. So … … weiterlesen

Beschwerde wegen möglicher Tracking-Funktion bei iPhones

Wenn von Datensündern die Rede ist, dann sprechen wir meist von Facebook, Google oder Amazon. Sie sind bekannt dafür, im großen Stil Daten einzusammeln und den Rohstoff “Privatsphäre” hemmungslos auszuschlachten.

Facebook ist unangefochtener Spitzenreiter in dieser Disziplin. Apple hingegen gilt als Musterknabe. Denn der Konzern verdient sein Geld mit Hardware, Software und Mediendiensten. Nicht mit Werbung oder indem die Privatsphäre der User verwertet wird.

iPhone und iPad gleichermaßen betroffen, Rechte: WDR/Schieb

Datenschützer beklagen eine Tracking-Funktion im Apple iPhone

Beschwerde über individuelle Kennziffer

Trotzdem gibt es jetzt eine offizielle Beschwerde gegen Apple. Die Bürgerrechtsorganisation noyb – gegründet vom bekannten österreichischen Datenschützer Max Schrems – bemängelt eine Werbe-Tracking-Funktion auf Apple-Geräten. Konkret geht es um den sogenannten “Identifier for Advertisers” (IDFA). Das ist eine Kennnummer, die für jedes … … weiterlesen

Überwachungsfotos bestellen? Kein Problem

Fast überall hängen in Großstädten Überwachungskameras. Mal besser, mal gar nicht zu sehen. Wir haben uns daran gewöhnt – und nehmen sie deshalb nicht mehr wirklich wahr.

Aus dem “Tatort” oder aus anderen Filmen wissen wir: Die Polizei besorgt sich schon mal gerne Aufnahmen solcher Kameras. Und Hollywood erweckt mitunter den Eindruck, Hacker könnten die Kameras jederzeit mühelos fernsteuern und eine Person dabei beobachten, wie sie von A nach B geht.

Leider ist die Wahrheit nicht weit von Hollywoods Einfallsreichtum entfernt. Wie die auf Menschenrechte spezialisierte britische Thomson Reuter Stiftung jetzt berichtet, ist es offensichtlich gar kein Problem, auf die Überwachungssysteme einer Großstadt zuzugreifen.

Telegram entwickelt sich immer mehr zur Plattform für illegale Geschäfte; Rechte: WDR/Schieb

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Zehn Jahre Google Streetview: Protest beim falschen Thema

Vor zehn Jahren Stand Deutschland Kopf: Weil Google-Autos über deutsche Straßen rollten und mit ihren Dachkameras Häuser fotografierten. Für Google Streetview, jenen Onlinedienst, der zu Google Maps gehört und das Betrachten einer Umgebung mit 360-Grad-Panoramen ermöglicht.

In über 90 Ländern war Google Streetview bereits unterwegs, aber in Deutschland war die Empörung groß. Ein unangemessener Eingriff in die Privatsphäre sei das, ein Verstoß gegen den Datenschutz. Manche fühlten sich überrumpelt, dass ein IT-Konzern seine Virtualität verließ, mit echten Autos durch echte Straßen rollte und echte Häuser fotografierte. Da hörte der Spaß für viele auf.

Verpixelte Häuseransicht in Streetview; Rechte: WDR/Schieb

Verpixelte Häuseransicht in Streetview

Proteste trotz Panoramafreiheit

Ich habe diese Aufregung nie teilen können. In Deutschland gilt die Panoramafreiheit. Alles, was ein Fußgänger oder Radfahrer … … weiterlesen

Rechenzentren müssen genügsamer werden

Für die meisten von uns ist Internet ein bisschen wie Magie. Wir zücken das Smartphone oder klappen das Notebook auf – und im Display erscheint die ganze Welt. Nachrichten, Meldungen, Webseiten, Fotos, Videos – nur einen Mausklick entfernt. Und kaum einer macht sich Gedanken darüber, wie das eigentlich funktioniert.

Möglich machen das Rechenzentren. Jede Menge davon. Bei den großen IT-Giganten wie Google, Facebook, Microsoft. Bei den Streamingdiensten. Bei den Providern. All diese Rechenzentren und Cloud-Dienste sind extrem energiehungrig. Rund 2,7% der europäischen Strombedarfs geht auf das Konto solcher Rechenzentren. Tendenz: Steigend. Schon 2030 sollen es 3,2 Prozent sein. Und das sind nur die Rechenzentren. Der Energiebedarf der Geräte der Nutzerinnen und Nutzer kommt noch dazu.

Jedes Rechenzentrum hat einen enormem CO2-Ausstoß; Rechte: WDR/Schieb

Jedes Rechenzentrum … … weiterlesen

Dr. Google weiß nun besser Bescheid

Ärzte und Mediziner sind in der Regel keine wirklichen Fans von Google. Der Grund liegt auf der Hand: So ziemlich jedes Symptom, so ziemlich jede Krankheit oder noch so absonderliches Wehwehchen lässt sich heute googeln. Dann erscheinen endlos viele Inforationen auf dem Bildschirm.

Die aus den seriösen Quellen verstehen die meisten nicht. Die aus den unseriösen Quellen sind – na ja, unseriös. Falsch. Daneben. Sie verunsichern. Und die Ärzte dürfen das dann erklären und auffangen.

Medizinische Infos bei Google; Rechte_ WDR/Schieb

Google präsentiert offizielle Informationen des Gesundheitsministeriums an prominenter Stelle

Meist die besonders schlimmen Verläufe

Im Netz berichten Patientinnen und Patienten meist die besonders schlimmen Verläufe – was auch nicht gerade zur Beruhigung von Menschen beiträgt, die sich gerade im Netz über medizinische Themen … … weiterlesen

Wann kann die Corona Warn App endlich Cluster erkennen?

Die Corona Warn App gibt es jetzt gut ein halbes Jahr. Sechs Monate: Das ist in der digitalen Welt eine Ewigkeit. Und in der Welt der Virologie inmitten einer aktiven Pandemie erst recht. Doch die sündhaft teure Corona Warn App hat sich in diesen sechs Monaten praktisch nicht verändert.

Das erregt zunehmend Kritik. Berechtigte Kritik, wie ich finde. Denn die Corona Warn App muss endlich besser werden. Sich weiter entwickeln. Das kann sie sogar, ohne die in Deutschland hohen Datenschutzstandards zu verletzen.

Eine extrem wichtige Aufgabe wäre es zum Beispiel, sogenannte Cluster zu erkennen. Denn Gesundheitsämter konzentrieren sich heute beim Versuch der Kontaktnachverfolgung auf Cluster. Also auf Gruppen oder Ansammlungen.

Tracing statt Tracking: Die Corona Warn App hat nur wenige Daten; Rechte: WDR/Schieb… weiterlesen

Datenleck belegt: Tausende Fake-Bewertungen auf Amazon

Fünf von fünf Sternen: Wer im größten Einkaufsportal der Welt die Produktbewertungen studiert, stößt erstaunlich häufig auf euphorische Rezensionen. Hersteller, Händler und Amazon freut das. Denn Top-Bewertungen – möglichst viele davon – motivieren die Menschen, den “Kaufen”-Button zu drücken, zu klicken oder anzutippen.

Gute Bewertungen sind – das wissen alle! – eine Art Aphrodisiakum für die Verkaufszahlen. Der beste Verkaufsbeschleuniger, der sich denken lässt.

Obwohl wir alle längst ahnen, dass viele Bewertungen Fake sind, vertrauen wir doch darauf – weil wir uns insgeheim wünschen, dass das, was wir zu kaufen gedenken, wirklich top ist.

Datenleck belegt: Tausende Fake-Bewertungen bestellt

Das Problem: Das Ausmaß der Fälschungen, der Fake-Bewertungen, ist ungleich größer als bislang gedacht. Wie die Kollegen von heise.de berichten, ist durch ein Datenleck eine gigantische Betrugsmasche öffentlich geworden. Ich würde das “organisierte Kriminalität” nennen. Denn es gibt klare Strukturen, nachvollziehbare Geldströme, einen Kopf der Bande, Mittelsmänner und Erfüllungsgehilfen.

Tausende … … weiterlesen

Das Wiener Attentat und die Verantwortung der Plattformen

Als in der Wiener Altstadt am Montagabend die ersten Schüsse gefallen sind, hat es nicht lange gedauert, bis auf Facebook und Twitter auch die ersten Warnungen zu lesen waren. Erweitert um Hashtags wie #Terror und #Attentat.  Plattformen wie Facebook und Twitter sind auf so etwas schon trainiert. Entdecken die Algorithmen solche Schlagwörter in einer Region häufig, wird automatisch ein Krisenmodus aktiv.

Facebook richtet automatisch einen Krisenmodus ein; Rechte: WDR/Schieb

Facebook richtet automatisch einen Krisenmodus ein

“Krisenmodus” bei Facebook ein großes Problem

Bei Facebook ist es der “Safety Check”, der eigentlich einen guten Zweck hat: Wer sich in der betroffenen Region aufhält, von dort kommt oder noch vor kurzem da war, kann dann in Facebook mitteilen, ob es ihm bzw. ihr gut geht – und so … … weiterlesen

“Sie stehlen die Wahl” – Wir brauchen Regeln für Social Media

Zum Zeitpunkt, als dieser Blogpost geschrieben wurde, stand noch nicht fest, ob Donald Trump oder Joe Biden nächster US-Präsident wird. Es waren noch nicht alle US-Bundesstaaten mit der Auszählung fertig. Was Donald Trump aber nicht davon abgehalten hat, sich vor Kameras und Mikrofone zu stellen und seinen Wahlsieg zu proklamieren.

US-Präsident Trump feiert sich als Sieger – auf Twitter

Das habe ich nicht nur im Fernsehen gesehen, sondern auch im Livestream auf Twitter. 10:24 Minuten lang feierte sich der Präsident selbst – und seine Wähler. Das machen alle Politiker. Die meisten allerdings erst, nachdem das Wahlergebnis feststeht. Nicht so Donald Trump. Und mehr als das: Donald Trump behauptete abermals, sollte er am Ende nicht als Wahlsieger dastehen, könne das nur an Manipulation und Diebstahl liegen.

Der Livestream ist ohne einordnenden Hinweis der Plattform. Auch nachdem er nicht mehr live ist, sondern nur noch ein Video. Einen ähnlich lautenden … weiterlesen

WhatsApp: Nachrichten, die sich selbst löschen

In dem Film “Mission impossible” gehen die ultra-geheimen Nachrichten nach einmaligem Abhören meist effektvoll in Rauch auf. Bänder, die zerstäuben. Geräte, die verglühen. Telefonzellen, die explodieren.

Ja: Im Kino hat halt alles seine Ordnung. Eine Nachricht, die geheim ist und wirklich nur einmal abgehört werden soll, die zerstört sich danach eben von ganz alleine. Das sieht beeindruckend aus – und ist glaubwürdig.

WhatsApp hat ein Sicherheitsproblem; Rechte: WDR/Schieb

WhatsApp bekommt eine neue Funktion: Ablaufende Nachrichten – mit Selbstzerstörungsmechanismus

Alles so schön flüchtig hier

Ganz so wird es bei WhatsApp nicht kommen – obwohl WhatsApp in einem FAQ jetzt erstmals beschreibt, wie die schon vor längerer Zeit angekündigten sich selbst-löschenden Nachrichten funktionieren sollen. Auch wir können also künftig (jetzt gerade noch nicht, aber bald) Nachrichten per … … weiterlesen

Digital Services Act: Plattformen sollen Daten teilen

Am 3. November – also am morgigen Dienstag – wählen die USA ihren nächsten Präsidenten. Es darf als sicher gelten, dass im Anschluss wieder leidenschaftlich darüber gestritten wird, welche Rolle die sogenannten Sozialen Medien dabei gespielt haben.

Plattformen sollen Daten zur Verfügung stellen

Eigentlich ist nur klar, dass sie eine Rolle spielen – für genauere Aussagen fehlt es an belastbaren und zugänglichen Daten. Wenn sich Wissenschaftler oder Organisationen wie AlorithmWatch mit solchen Fragen beschäftigen, ist das mühsam. Denn sie können auch nur das sehen, was wir sehen. Dabei wäre es wichtig, mehr konkrete Daten zu haben: Welche Themen trenden? Wie viele Postings werden gelöscht? Welche Themen regen besonders zur Interaktion an? Wie viele Bots sind aktiv? Um nur einige Beispiele zu nennen.

Angesichts der enormen Bedeutung, die die sogenannten Sozialen Netzwerke heute bei der politischen Meinungsbildung haben, besteht ein begründetes öffentliches Interesse daran, wie die Algorithmen genau funktionieren. Doch … … weiterlesen

Corona-Kontaktverfolgung: Das ginge auch digital

Das Robert Koch Institut (RKI) meldet jeden Tag neue Corona-Höchstzahlen. Die befürchtete “zweite Welle” ist da und soll durch strenge Kontakteinschränkungen bekämpft werden.

Die Corona Warn App scheint jedenfalls kein Wellenbrecher zu sein. Vor allem deswegen nicht, weil die App weniger Daten bereitstellt, als für Ämter und Forscher wünschenswert wäre. Darüber wird aktuell leidenschaftlich diskutiert.

Kontaktverfolgung mit ohnehin vorhandenen Daten

Gleichzeitig arbeiten Forscher und Experten an Anwendungen, die helfen könnten. Beispiel: Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat mit dem Forschungsprojekt “Kadoin” (Kartenbasierte Dokumentation von Indexpatienten) eine interessante Lösung parat. Die Anwendung erlaubt eine digitale Nachverfolgung von Corona-Kontakten. Ein Projekt, das vom Bundesgesundheitsministerium gefördert wird.

Die Corona Warn App schlägt viel zu selten an; Rechte. WDR/Schieb

Die Corona Warn App schlägt zu selten … … weiterlesen