Ransomware: Wir sind verletzlicher als wir glauben

An der Ostküste der USA hat es in den vergangenen Tagen Hamstereinkäufe gegeben. Nicht wegen Corona, auch nicht wegen eines Hurricane oder Blitzeis – sondern aufgrund einer lahmgelegten Pipeline. Drei von vier Tankstellen der Ostküste hatten tagelang kein Benzin mehr. Die Menschen haben das Benzin teilweise in Plastiktüten nach Hause getragen. Szenen, wie in Weltuntergangs-Filmen aus Hollywood.

Ransomware ist derzeit das größte Problem; Rechte: WDR/Schieb

Pipeline stillgelegt – und Geld erpresst

Ursache dafür sind Engpässe, die Cyberkriminelle verursacht haben. Die Cyberkriminellen sind in die IT-Systeme der größten US-Pipeline eingedrungen – und haben sie kurzerhand still gelegt. Tagelang. Colonial Pipeline ist Opfer einer Ransomware geworden – und sollte ein Lösegeld zahlen. Alle Daten verschlüsselt, alle Systeme abgeschaltet – auf dem Bildschirm nur ein Hinweis: … … weiterlesen

Sorgenkind Twitter: Zwischen Eleganz und Ignoranz

Vor 15 Jahren ist der Kurznachrichtendienst Twitter gestartet. Anders als in anderen Diensten ist die Anzahl der erlaubten Zeichen in einer Nachricht bis heute strikt begrenzt: Anfangs durften es nur 140 Zeichen sein. Weil SMS-Nachrichten maximal 160 Zeichen lang sein durften – und Twitter anfangs nur per SMS funktioniert hat.

Zwitschern - wie ein Vogel, das ist das Motto bei Twitter; Rechte: WDR/Schieb

Zwitschern – wie ein Vogel, das ist das Motto bei Twitter

Kurz und kompakt: Lange Zeit ein Pluspunkt

Die Beschränkung auf wenige Zeichen war lange Zeit eindeutig ein Pluspunkt: Die Menschen haben sich kurz gefasst, nicht so weit ausgeholt – waren mehrheitlich freundlich zueinander. In den ersten Jahren wurde Twitter als Micro-Blogging-Dienst verstanden. Wie … … weiterlesen

Instagram für Kids? Bloß nicht…

Wachstum ist das Zauberwort der Ökonomie – aber häufig genug um jeden Preis, das ist die traurige Realität.

Facebook will weiter wachsen. Nur wie? Über Facebook, WhatsApp, Instagram und Facebook Messenger hat Mark Zuckerbergs Medienkonzern schon einen großen Teil der erwachsenen Weltbevölkerung eingefangen – und ins Daten-saugende-und-Privatsphäre-aufhebende Netzwerk geholt.

Kleines Baby mit Hashtags; Rechte: WDR/Schieb

Schon die ganz Kleinen sollen für Inastagram gewonnen werden

Zuckerberg will auch Kinder ansprechen

Aber warum sind so wenige Kinder online?, hat sich Mark Zuckerberg vermutlich irgendwann gefragt. Und beschlossen: Wir machen jetzt ein knatschbuntes Instagram für Kids unter 13 Jahren. Wir behaupten einfach, das wäre gut für die Kinder und wir würden uns natürlich auch wirklich um sie sorgen, sie hegen und pflegen. Coole Idee – so lässt sich … … weiterlesen

WhatsApp drängelt: Was jetzt passieren müsste…

Respekt an Johannes Caspar.  Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte hat jetzt eine Anordnung gegen Facebook erlassen. In dieser Anordnung wird es Facebook untersagt, “personenbezogene Daten von Whatsapp zu verarbeiten, soweit dies zu eigenen Zwecken erfolgt”. Gemeint ist damit: Schluss mit dem ungenierten Ausschlachten von Nutzerdaten. “Der sofortige Vollzug wurde angeordnet.”

WhatsApp bekommt neue Regeln, die ab 8. Februar gelten sollen; Rechte: WDR/Schieb
User haben keine Wahl – und stimmen deshalb nicht freiwillig zu

WhatsApp: Friss-oder-stirb-Methode

So macht man das. In NRW haben wir zwar auch eine Datenschutzbeauftragte. Zumindest theoretisch. Aber Helga Block unternimmt nichts gegen die Übermacht der großen Konzerne, sie äußert sich nicht und fällt auch ansonsten nicht angenehm auf. Ich habe zum Beispiel schon mehrfach versucht, Statements oder … … weiterlesen

Widerstand gegen IT-Konzerne wie WhatsApp nimmt zu

Schon seit Monaten versucht WhatApp, seine Nutzungsbedingungen anzupassen. Alle aktiven Nutzer sollen den neuen Bedingungen zustimmen, sonst droht Ausschluss – so in etwa hat sich WhatsApp das vorgestellt.

Doch obwohl es in diesem Fall eigentlich nur um eine vergleichsweise kleine Sache geht (WhatsApp will einen Business-Dienst einführen, daher muss es möglich sein, einige Nutzerdaten an Business-Kunden weiterzugeben), wollen die Leute nicht so richtig. Deshalb hatte WhatsApp den ersten Stichtag im Januar auf den 15. Mai verschoben.

WhatsApp ist um eine Funktion ärmer: Kein Export mehr in Deutschland; Rechte: WDR/Schieb

WhatsApp ist der mit Abstand populärste Messenger

Menschen lassen sich nicht mehr alles gefallen

Doch auch der neue Stichtag führt nicht dazu, dass WhatsApp-User begeistert zustimmen.

Das liegt an … … weiterlesen

Künstliche Intelligenz soll für den Spieler spielen

Die Idee liest sich auf den ersten Blick absurd: Eine Künstliche Intelligenz soll Videospiele anstelle der eigentlichen Spielerinnen und Spieler zocken können. Genau diese Idee hat sich der Playstation-Konzern Sony patentieren lassen.

Der Clou: Die KI soll nicht irgendwie vor sich hin spielen, sondern sie soll den Spielstil des Spielers analysieren und nachahmen können. Je mehr sie lernt, umso mehr würde sich der Spielstil dem des menschlichen Vorbilds ähneln. Eigentlich braucht es den echten Spieler dann nicht mehr, die KI selbst könnte ihn ersetzen.

In Teilen der Gaming-Communitys sorgt dieser Gedanke für Unbehagen und Spott. Wer will schon von einem Computerprogramm ersetzt werden? Wer will schon einem Algorithmus beim Spielen zugucken? Einige argumentieren, dass Spiele nur dann Spaß machen, wenn man sie selbst meistert. Wenn man auch die hartnäckigsten Gegner selbst besiegt, ganz alleine, ohne fremde Hilfe.

In der KI steckt mehr drin

Diese Spielefans übersehen aber die Möglichkeiten, … … weiterlesen

Verfahren gegen “KenFM”

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat ein Verfahren gegen das alternative Medienangebot KenFM von Ken Jebsen eingeleitet. Er soll seiner “journalistischen Sorgfaltspflicht” nicht nachgekommen sein. Doch was bedeutet das eigentlich?

Erstes Verfahren dieser Art

Journalistische Sorgfaltspflicht ist der sperrige Begriff dafür, was den Journalismus-Beruf letztlich zu einem großen Teil ausmacht: Das, was veröffentlicht wird, muss auch mit Quellen belegt werden können. Daran scheitern auch Journalisten nicht so selten.

Die Verlage haben ein eigenes Gremium, das solche Fehler rügt, den Presserat. Bei den Öffentlich-Rechtlichen übernehmen diese Aufgabe die Rundfunkräte. Allen steht die Möglichkeit offen, sich bei diesen Institutionen zu beschweren.

Viele Onlineangebote haben nicht so ein Korrektiv. Seit Ende letzten Jahres sind dann die Medienanstalten dafür zuständig. Das Verfahren gegen KenFM ist das erste dieser Art und deshalb von besonderer Bedeutung. Das Verfahren wird zeigen müssen, wie Desinformation eingedämmt werden kann.

Artikel könnten aus … … weiterlesen

Prominente Musiker fordern: Weniger Liedschnipsel im Netz

Was haben Helene Fischer, Die Ärzte und Herbert Grönemeyer gemeinsam – außer, dass sie bekannte Musiker sind und umsatzmäßig zweifellos eher auf der Sonnenseite der Künstlergemeinschaft stehen? – Darauf kommt man nicht so leicht: Sie alle haben – mit zahlreichen weiteren Künstlerinnen und Künstlern – einen offenen Brief unterschrieben, in dem sie deutlich strengere Regeln im Netz fordern.

Selbst einige wenige kurze Takes aus “Atemlos”, “Bochum” oder “Schrei nach Liebe” sollen im Netz nicht mehr gespielt werden dürfen. Jedenfalls nicht, ohne dass Lizenzen gezahlt werden.

Upload-Filter müssen entscheiden: Guter Inhalt, böser Inhalt; Rechte: WDR/Sxhieb

Upload-Filter müssen entscheiden: Guter Inhalt oder schlechter Inhalt

Bundestag arbeitet an neuem Urheberrecht

Hintergrund: Die Bundesregierung ist gerade dabei, das Urheberrecht neu zu formulieren. Das ist nötig, weil die EU mit der umstrittenen Urheberrechtsreform einen … … weiterlesen

Donald Trump versucht’s mit Pseudo-Twitter

Donald Trump ist wieder online – zumindest ein bisschen. Nachdem praktisch alle namhaften Plattformen den Ex-Präsidenten aus ihren Angeboten verbannt – und bislang auch nicht wieder freigeschaltet – haben, ging das Gerücht um, Donald Trump könnte eine eigene neue Plattform starten, die nicht nur seinen Anhängern gefallen könnte.

Das Layout des Blogs erinnert an Twitter; Rechte: WDR/Schieb

Das Layout des Blogs erinnert an Twitter

Ein Blog, der ein bisschen aussieht wie Twitter

Doch so ist es nicht gekommen. Donald Trump hat einen simplen Blog gestartet. Das Layout erinnert ein wenig an die Twitter-Ästhetik. Auch fasst sich der Ex-Präsident beim Austeilen seiner Freundlichkeiten – aktuell etwa gegen seine Erzrivalin Liz Cheney, die ebenfalls Republikanerin ist – sehr kurz. Nicht nur das Layout … … weiterlesen

Neue Kryptowährung “Chia” sorgt für Engpass bei Festplatten

Weil Kryptowährungen wie der Bitcoin (es gibt noch viele andere) komplett virtuell sind, können sich die meisten gar nicht vorstellen, welcher ungeheure Aufwand betrieben werden muss, um die Währung am Laufen zu halten. Allein der Bitcoin soll jährlich rund 134 Terawattstunden an Strom verbrauchen – das ist mehr als das komplette Land Argentinien. Deutschland hat übrigens 2020 rund 540 Terawattstunden verbraucht, Tendenz: sinkend.

Die neue Kryptowährung "Chia" geht jetzt an den Start; Rechte: WDR/Schieb

Die neue Kryptowährung “Chia” geht jetzt an den Start

Kryptowährungen haben einen enormen Energiebedarf

Gleichzeitig sorgt insbesondere der Bitcoin immer wieder für einen Mangel. So sind leistungsfähige Grafikkarten häufig ausverkauft und heillos überteuert. Grund: Die Grafikkarten rechnen schnell – und eignen sich ideal zum “Schürfen” – … … weiterlesen

Epic Games vs. Apple: Battle um die Vorherrschaft

Ein neues Auto. Hurra!

Wie schick es doch ist. Diese schönen Formen. Die Farbe – der Lack! Im Innenraum Komfort satt. Da will man sich doch gleich reinsetzen und losfahren …

Doch was ist das? Das Autoradio spielt nur Sender, die der Autohersteller genehmigt. Getankt werden darf nur mit der Tankkarte des Herstellers, der bei jedem Tankvorgang Provision abzwackt. Die Reifen dürfen nur in der Vertragswerkstatt ersetzt werden – natürlich nur durch Modelle, die der Autohersteller zertifiziert.

Apples App-Store bietet mehr Hintergrundinfos über die Nutzung persönlicher Daten; Rechte: WDR/Schieb

Apple entscheidet, was im App-Store landet und was nicht

Apple entscheidet, was aufs Handy darf

Unvorstellbar? Bei Autos zum Glück schon. Bei Handys keineswegs – da ist so ziemlich genau das … … weiterlesen

Presseförderung: Altmaier scheitert kläglich

220 Millionen Euro hatte Peter Altmaiers Bundeswirtschaftsministerium den Presseverlagen für die „digitale Transformation“ versprochen. Trotz jahrelanger Planungen wird daraus aber nichts aus der Presseförderung, wohl auch wegen rechtlicher Bedenken. Die Verlegerverbände sind deshalb extrem sauer. Zu Recht?

Scheitern mit Anlauf

Eigentlich ging es darum, darum, dass die Verlage bei der Zeitungszustellung eine Förderung erhalten. Im vergangenen Jahr kam das Bundeswirtschaftsministerium relativ plötzlich auf die Idee, den Verlagen bei dem Sprung ins Digitale zu helfen. Es ging darum Geschäftsmodelle anzupassen, damit die Verlage auch im Internet profitabel werden.

Personen mit Virtual-Reality-Brillen

Mit der Presseförderung sollte “neue” Technik Einzug halten. So sollten beispielsweise VR-Brillen den Verlagen finanziert werden.

So sehr die Verlage das Geld haben wollten, die Verleger wollten auf keinen Fall in den Verdacht geraten, dass … … weiterlesen

Ein Pakt mit Folgen: Facebook News geht an den Start

Viele Menschen – nach meinem Geschmack sind es viel zu viele – “informieren” sich heutzutage vor allem oder ausschließlich auf Plattformen wie Facebook, Youtube oder Instagram. Mit unabsehbaren Folgen. Denn wie wir alle wissen, sind “Soziale Netzwerke” alles andere als eine seriöse Informationsquelle.

Echte, wahre Nachrichten aus seriösen Quellen haben es schwer, sich auf Facebook und Co. durchzusetzen.

Zeitungen gestapelt am Kiok; Recht: WDR/Schieb

Facebook kooperiert mit Inhalteanbietern in Deutschland – für eigenen “News”-Bereich

Offizieller Startschuss am 1. Mai

Doch jetzt (1. Mai) startet Facebook auch in Deutschland seinen “Facebook News”-Bereich. Zeitungsverlage und Internetplattformen bestücken den News-Bereich mit Inhalten. Zum Start in Deutschland solle es rund 100 Verlagspartner sein, die mitmachen – darunter Spiegel, taz, Heise, Tagesspiegel, Gruner+Jahr und viele andere.

Betreut wird der Bereich … … weiterlesen

Apple beschränkt Tracker: Werden Apps jetzt teurer?

Es gibt eindeutige Krisengewinnler. Die Tech-Konzerne zum Beispiel – und Google ganz besonders: Der Konzern hat gerade einen neuen Rekordumsatz von 55,3 Milliarden Dollar im ersten Quartal bekannt gegeben. Google profitiert davon, dass die Menschen mehr zu Hause, mehr online sind. Online-Werbung ist ein riesiges Geschäft.

Solche Meldungen werden Apple-User künftig häufiger sehen; Rechte: WDR/Schieb

Apple Tracking Transparency: Solche Meldungen werden Apple-User künftig häufiger sehen

Apple schränkt Tracker erheblich ein

Und da kommt Apple und führt die längst angekündigten Veränderungen beim mobilen Betriebssystem iOS ein. Mit serienmäßig eingebautem “Anti Tracking Transparency”, kurz ATT.

Mit erheblichen Folgen: Das neue iOS 14.5 schränkt Apps auf iPhone und iPad erheblich ein. Nutzer bekommen unmissverständliche Warnhinweise, wenn ein oder mehr Tracker installiert werden … … weiterlesen

Wir regeln das: Gezähmte KI in Europa

Künstliche Intelligenz (KI) ist zu einem regelrechten Modebegriff verkommen. Überall fällt das Buzzword – um Aufmerksamkeit zu generieren und/oder besondere Fortschrittlichkeit zu suggerieren. Das klappt auch häufig, denn noch verbinden die meisten Menschen mit KI etwas Positives. Sie glauben, die Dinge würden mit KI besser: Schnellere und bessere Entscheidungen.

Die Funktionsweise von KI ist komplex; Rechte: WDR/Schieb

Die Funktionsweise von KI ist komplex

“Social Scoring” soll in Europa verboten sein

Das ist allerdings ein Trugschluss. KI bietet enorme Chancen, etwa in Forschung, Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft. Allerdings kann sich KI auch ganz leicht gegen uns wenden. Natürlich nicht à la “Terminator”, indem die Technik aus eigenem Willen aufbegehrt, sondern eher durch den bewussten Einsatz gegen die Interessen der Allgemeinheit. So eignet sich KI zum … … weiterlesen

#allesdichtmachen: Ein eindrucksvolles Beispiel von Erregungsökonomie

Die jüngste Kampagne #allesdichtmachen zeigt – wie viele andere in der jüngsten Vergangenheit auch. Wir leben faktisch in einer strikten Erregungsökonomie: Nur was empört, wird gesehen, gehört und gelesen.

Was die sogenannten “Sozialen Netzwerke” betrifft, ist das freilich längst eine Binsenweisheit. Wir wissen im Grunde, wie Facebook, Youtube, Instagram und Co. funktionieren: Algorithmen machen solche Inhalte aus ökonomischen Gründen sichtbarer und sorgen so für die beschleunigte Verbreitung von Inhalten, die Menschen aufregen oder empören.

Google Trends zeigt: Nicht mal 36h relevant; Rechte: WDR/Schieb

Google Trends zeigt: #allesdichtmachen nicht mal 36h relevant

Wir tappen immer wieder in dieselbe Falle

Die Algorithmen bestimmen die Debatte. Wir wissen es – tappen aber trotzdem allesamt immer wieder in die Falle: Die Community empört sich, wenn uns Facebook, … … weiterlesen

“Recht auf schnelles Internet”: Wer’s glaubt…

Lahmes Internet: Zu Hause, unterwegs – überall. In Deutschland leider keine Seltenheit, sondern traurige Realität. Laut Bericht der Bundesnetzagentur erreichen nicht mal drei Viertel der Bundesbürger zu Hause die Hälfte(!) des eingekauften Datentempos. Nur ein Viertel erreicht das maximale Datentempo. Ein Armutszeugnis!

DSL-Anschlüsse in Deutschland: Teuer, aber langsam…

Vor allem, wenn man bedenkt, dass DSL-Anschlüsse in Deutschland teurer sind als in den meisten anderen Ländern Europas. Jetzt hat die Bundesregierung eine Art “Recht auf schnelles Internet” beschlossen. Man kann sich leicht ausmalen, warum gerade jetzt: Bald sind Bundestagswahlen. Und da wollen die Regierungsparteien den Eindruck erwecken, sie hätten was für die Digitalisierung getan.

Haben sie aber nicht. Denn hätten sie, dann wäre das schnelle Internet bereits da – auch auf dem Land. Und wir bräuchten nicht einen Rechtsanspruch darauf.

Glasfaserausbau in Deutschland; Rechte: WDR/Schieb… weiterlesen

Apple: Suchen und Finden per AirTag

Wo sind nur meine Schlüssel? Wo habe ich meine Sonnenbrille hingelegt? Um auf solche Fragen künftig Antworten parat zu haben, hat Apple jetzt sogenannte “AirTags” vorgestellt: Ein neues Gadget, das dabei helfen soll, Dinge zu finden.

Die Idee: Mit der “Wo ist?”-Funktion lassen sich Apple-Gerät schon länger aufspüren. Alles, was einem gehört (und mit dem eigenen Apple-Konto registriert ist), lässt sich damit aufspüren. In der Onlinekarte auf dem Phone ist dann der aktuelle Aufenthaltsort zu sehen. iPhone, Macbook, iPad, Kopfhörer – lässt sich alles finden. Auf Wunsch geben die Geräte auch einen unangenehmen Ton von sich, damit man sie leichter findet.

AirTags verraten den genauen Standort; Rechte: WDR/Schieb

AirTags verraten den genauen Standort – zu Hause auf Zentimeter genau

AirTags verraten jederzeit den Standort

Dieses … … weiterlesen

Facebook will, dass wir zuhören: Audios und Podcasts kommen

Der Audio-Markt boomt – gar keine Frage. Zwar hat die Audio-Plauder-App namens Clubhouse nicht mehr ganz den Hype, den sie vor wenigen Wochen noch hatte. Aber: Clubhouse ist immer noch da. Und hat vor kurzem ein Modell vorgestellt, das sich als interessant erweisen könnte: Clubhouse-User können künftig Gebühren berechnen. Wie bei einem öffentlichen Vortrag.

Aber auch Podcasts laufen gut: Es werden immer mehr – und viele der Angebote sind richtig gut gemacht. Alle reden über Videos, aber Audios rocken derzeit. Das ist auch Mark Zuckerberg offensichtlich nicht verborgen geblieben. Auf der ständigen Suche nach neuen Trends setzt Facebook jetzt verstärkt auf Audios. Zwar hat Facebook bereits vor einigen Jahren mal eine Audio-Offensive angekündigt, aber dann nicht wirklich durchgezogen.

Clubhouse App; Rechte: WDR/Schieb

Die … … weiterlesen

Berechtigte Kritik am geplanten “Instagram für Kinder”

Der Künstler Andy Warhol hat es vorausgesehen: Künftig wird jeder für 15 Minuten berühmt sein. Netzwerke wie Instagram oder TikTok sind der Versuch, diese 15 Minuten Ruhm immer wieder zu ergattern. Mit spektakulären Aufnahmen, mit Stunts, mit Lip-Sync-Gesang und vielen anderen Dingen.

Man mag davon halten, was man möchte. Doch Netzwerke wie Instagram gehören zweifellos heute für die meisten zum Lifestyle dazu – ganz besonders für junge Menschen, die damit groß werden. Verantwortungsbewusste Eltern stellen sich die Frage, ab welchem Alter sie ihren Kindern den Zugang zu diesen Netzwerken gewähren wollen.

Facebook und Instagram

Facebook plant ein Instagram für Kinder unter 13

Der Druck nimmt möglicherweise zu. Denn geht es nach Mark Zuckerberg – selbst Vater -, kann es zumindest mit Instagram gar … … weiterlesen

Google Earth erlaubt spannende Zeitreisen

Im andauernden Corona-Getöse gehen viele kleine Meldungen unter, die eigentlich auch interessant sind. So zum Beispiel die über eine neu eingeführte Funktion in Google Earth.

Google hat das wohl größte Update seit Jahren für den beliebten virtuellen Online-Globus vorgestellt: Google Earth beherrscht jetzt nicht nur drei Dimensionen, sondern vier.

Bis zu 37 Jahre zurück in der Zeit

Bedeutet: Wer mag, kann auch gewissermaßen in der Zeit reisen. Nicht nur, um einen Eindruck von den natürlichen Veränderungen zu bekommen, sondern vor allem, um die Einflüsse vom Klimawandel und Naturzerstörung sichtbar zu machen.

So ist es in ausgewählten Gegenden kein Problem, sich die Entwicklung in den letzten 37 Jahren anzuschauen. Im Time Lapse – also als Zeitraffer. So lässt sich mit Hilfe von Google Earth zum Beispiel sehen, wie Regenwälder abgeholzt werden, wie Gletscher schmelzen oder wie sich Städte wie New York City im Laufe der Zeit verändert haben.

Googles hat … … weiterlesen

Digitaler Impfnachweis: Nun doch ohne Blockchain – aber in der App

Die Zahl der in Deutschland geimpften Menschen steigt. Zwar bislang nicht im wünschenswerten Tempo, doch aller Voraussicht nach nimmt die Impfkampagne nun immerhin Fahrt auf. Deshalb stellt sich nun immer drängender die Frage: Wie sollen Menschen nachweisen können, dass sie bereits geimpft sind? Denn es wird zukünftig immer häufiger Situationen geben, wo das eine Rolle spielt – etwa auf Reisen.

Jede vollständige Impfung muss nachgewiesen werden; Rechte: WDR/Schieb

Jede vollständige Impfung muss nachgewiesen werden

Doch nicht in der Blockchain

Während es im Ausland längst Lösungen gibt, die gut funktionieren, wird in Deutschland noch darüber nachgedacht – und gestritten -, wie so eine Lösung aussehen soll. Noch vor einigen Wochen war zum Beispiel geplant, den durch IBM, Bechtle und Ubirch entwickelten “Digitalen Impfnachweis” auf … … weiterlesen

Deutscher Computerspielpreis für Gamerin “Gnu”

Es gibt derzeit kein Computerspiel mit einem deutscheren Namen: “Dorfromantik”. Die Spielerinnen und Spieler bauen dort malerische Landschaften. Das macht Spaß, ist entspannend und hat beim Deutschen Computerspielpreis 2021 den Nachwuchspreis und den Preis fürs beste Gamedesign bekommen.

Ein klein wenig Oscar-Feeling

Mit allem was dazu gehört: eine Laudatio mit großen Worten, ein sichtlich gerührter Preisträger, 95.000 Euro als Preisgeld, Ruhm und Ehre. Für das Studententeam Toukana ein riesiger Erfolg.

Wegen solchen Auszeichnungen ist der Deutsche Computerspielpreis für die Branche wichtig. Die vier Studenten von Toukana sind in diesem Sektor angekommen und die Chancen stehen gut, dass wir von dem Team noch mehr hören werden in Zukunft.

DORFROMANTIK ist sooooooo gut! Suchtgefahr, wunderschön und voller Liebe und kleiner Details. Hab mich sehr verliebt – Glückwunsch! #derdcp pic.twitter.com/gXGNs5khWV

— Sloth Wizard (@RottenHedgehog) April 13, 2021

Stars sind sie damit nicht geworden. In der … … weiterlesen

Luca-App: Schwere Sicherheitslücke in den Schlüsselanhängern

“An die Daten kommt nur das Gesundheitsamt”, sagte Smudo im März im rbb. “Das heißt, wenn Sie die Daten wollten, müssten Sie händisch in das Gesundheitsamt einbrechen.” Mit diesen Worten reagierte Smudo als Markenbotschafter der Luca-App auf die Kritik von Datenschützerinnen und Sicherheitsexperten.

Jetzt stellt sich heraus: Es ging auch ganz ohne Einbruch – zumindest für den Teil der Luca-Nutzer, der nicht die App selbst, sondern deren Schlüsselanhänger nutzt. Mehr als 100.000 dieser Schlüsselanhänger wurden bisher verteilt, 30.000 Stück zum Beispiel im Kreis Warendorf. Wer sie nutzen möchte, zeigt den darauf befindlichen QR-Code im Restaurant oder Frisörladen vor und wird so registriert – eine Lösung für Menschen, die kein modernes Smartphone besitzen.

Eine Gruppe von IT-Experten hat nun eine schwere Sicherheitslücke in diesem System entdeckt. Ihnen reichten Fotos von Schlüsselanhängern mit QR-Codes, um sämtliche Check-ins der vergangenen 30 … … weiterlesen

Neue Software: Keine Beleidigungen beim Zocken mehr

Ach, könnte man Hatespeech, Rassismus und Beleidigungen doch nur auf Knopfdruck aus der Welt verbannen. Dann würden sich Menschen nur noch mit Respekt, ohne jedes Ressentiment, ohne Vorurteile und mit besten Manieren begegnen.

Klingt zweifellos verlockend – ist aber nicht besonders realistisch.

Einfach abschalten, wenn man keine Schimpfwörter hören will; Rechte: WDR/Schieb

Einfach abschalten, wenn man keine Schimpfwörter hören will

KI-Filter macht aus aggressiven Begriffen ein “Piep”

Chip-Hersteller Intel hat jetzt vor, verbale Äußerungen “wegzufiltern”. Die Idee: So wie ein Kopfhörer mit “Noise Reduction” (ANC), der Umweltgeräusche mit Hilfe technischer Gimmicks leiser bis unhörbar macht, will Intel Kopfhörern ermöglichen, Beleidigungen, N-Wörter und Hetze einfach auszublenden – so als wären sie gar nicht da.

Das ist kein Scherz. In der Welt der Online-Games … … weiterlesen

Markt für Spiele-Apps zum Kaufen so gut wie tot

Der Markt für Videospiele in Deutschland ist gewachsen. Diese Meldung vom Branchenverband Game gibt es seit Jahren immer wieder aufs Neue. Spannend aber: Der größte Wachstumstreiber sind die Spiele-Apps, also Games für Smartphones und Tablets. Dabei zeigt ein genauer Blick auf die Zahlen: Der Markt für Spiele-Apps zum Kaufen ist so gut wie tot.

Bezahlt wird nur noch für In-App-Käufe

2,275 Milliarden Euro haben die Menschen in Deutschland voriges Jahr für Gaming-Apps ausgegeben. Aber: Nur elf Millionen Euro davon wurden für neue Spiele ausgegeben. Der Rest, etwa 99,6 Prozent, ging für In-App-Käufe in den F2P-Spielen, den Free-to-Play-Games, drauf.

Fortnite-Stand auf der Gamescom. Bild: picture alliance / dpa Themendienst | Andrea Warnecke

https://blog.wdr.de/digitalistan/wp-content/uploads/sites/2/2021/04/210408_ingamekauf.mp3

Felix Falk vom Game … … weiterlesen

Facebook Leak: Praktischer Schnelltest für jeden

Seit einigen Tagen ist bekannt: Die Ende 2018 durch Ausnutzen von Sicherheitslücken bei Facebook abgegriffenen persönlichen Daten von 533 Millionen Nutzern sind in einem Forum für Cyberkriminelle aufgetaucht – und damit für jeden mit dem nötigen Know-how frei verfügbar. Man muss kein Meister-Hacker sein, um sich die Daten zu beschaffen und auszunutzen.

Facebook und Messenger Logo; Rechte. WDR/Schieb

533 Millionen Nutzer sind betroffen

Cyberkriminelle werden die abgegriffenen Daten missbrauchen

Und genau das wird jetzt passieren: Da Cyberkriminelle Zugang zu sensiblen Daten von Millionen Nutzern haben – davon allein sechs Millionen aus Deutschland -, werden sie die Daten auch missbrauchen. Vermutlich vor allem für Phishing-Attacken. Denn wer den Namen kennt, das Geburtsdatum, den Wohnort und auch Mail-Adresse und Rufnummer, kann E-Mails oder SMS-Nachrichten fälschen, die täuschend … … weiterlesen

Update der Corona Warn App: Check-In und Schnelltests inklusive

Konkurrenz belebt eben doch das Geschäft. In den letzten Wochen und Monaten spricht die Öffentlichkeit viel über die Luca-App, die Papierlisten in Restaurants und Co. ablösen und Infektionsketten schneller unterbrechen helfen will. Viele stellen da die Frage: Wieso kann die Corona Warn App das nicht – und warum wird die nicht entschlossener weiter entwickelt?

Die Corona Warn App - demnächst geht es auch ohne; Rechte: WDR/Schieb

Die Warn-Funktion wird erweitert: Nicht nur Bluetooth, sondern auch QR Code

Wer scannt denn da: Check-In mit der CWA

Jetzt kommt endlich was in Bewegung. Die Corona Warn App – mit knapp 26 Mio. Downloads immerhin recht gut verbreitet – bekommt ein ordentliches Update verpasst. “Nach Ostern” soll es so weit sein, ist zu hören … … weiterlesen

533 Mio. Datensätze geklaut: Wie wär’s mit einer Entschädigung, Facebook?

Die Ausbeute der Hacker ist üppig: 533 Millionen Datensätze mit validen Daten von Facebook-Nutzern. Konkret: Vollständige Namen, Telefonnummern, Facebook-ID, aktuelle und frühere Wohnorte, Geburtsdaten, E-Mail-Adressen, Beziehungsstatus sowie Angaben in der Bio.

Dieses überaus fette Datenpaket ist in einem Hacker-Forum aufgetaucht. Zur freien und kostenlosen Verwendung für jeden, der oder die unanständig genug ist, die Daten missbrauchen zu wollen.

Selbst wer sein Konto löscht, kann nicht sicher sein, dass alle Daten entfernt werden; Rechte: WDR/Schieb

Selbst wer sein Konto löscht, kann nicht sicher sein, dass alle Daten entfernt werden

533 Millionen Datensätze frei zugänglich

Da es sich um extrem persönliche und damit … … weiterlesen

Wie gut ist der Code der Luca-App?

Wie sieht es in der Luca-App aus – wie ist sie programmiert? Seit Mittwoch (31.03.2021) lässt sich das zumindest ansatzweise sagen, denn die Entwickler von NeXenio haben damit begonnen, den Programm-Code öffentlich zu machen. Die Android-Version der App ist bereits öffentlich einsehbar. Die iOS-Version ist demnächst auch zu sehen.

Die Luca App: Vorschläge für Verbesserungen; Rechte: WDR/Schieb

Prügel für Quellcode-Lizenz

Die ersten Reaktionen: wenig Begeisterung. Zuerst wurde die Art der Lizenz kritisiert (Entwickler können verschiedene Freiheitsgrade definieren, wenn sie Quellcodes öffentlich machen). Anke Domscheit-Berg zum Beispiel polterte auf Twitter, die Entwickler “machten sich lächerlich”, weil der Code zwar einsehbar, aber nicht veränderbar sei. Ein Fehler beim Einstellen, der umgehend korrigiert wurde. Jetzt steht der Quellcode unter GPLv3-Lizenz. Damit dürfen andere Unternehmen oder Universitäten den … … weiterlesen

Was sind die Ursachen für Hass, Hetze und Wut?

Bundespräsident Steinmeier hat gerade das Gesetz zur Bekämpfung von Hasskriminalität unterschrieben. Es sieht auch eine Datenweitergabe an das BKA vor, um Rechtsverstöße schneller und effektiver ahnden zu können. Die großen Plattformen sollen also nicht nur löschen – wie es bereits das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) vorsieht -, sondern auch strafbare Postings melden.

Seit Anfang 2018 gibt es bereits das NetzDG in Deutschland. Es verpflichtet Plattformen wie Facebook, Youtube, Twitter und Co. unter anderem, gemeldete Postings innerhalb von 24 Stunden zu löschen, wenn sie “offensichtlich gegen geltendes Recht” verstoßen.

Es braucht mehr Aufsicht in den Netzwerken; Rechte: WDR/Schieb

Es braucht mehr Aufsicht in den Netzwerken

Wirkungslos und übervorsichtig

So sinnvoll es ist, ein Gesetz zu haben, das Leitplanken bei den Plattformen einziehen will, und ein … … weiterlesen

E-Ausleihe: Bibliotheken müssen digitaler werden

Die Bibliothek von Alexandria ist legendär. Im 3. Jahrhunderts vor Christus entstanden, vereinte sie bis zu ihrer Zerstörung jahrhundertelang die wichtigsten Schriften der Gelehrten unter einem Dach. Ein Weltwunder, ein Sinnbild für Bildung – bis heute.

Aber damals gab es auch noch kein Amazon. Heute wäre es kaum möglich, eine solche Bibliothek aufzubauen.

Bibliothek; Rechte: WDR/Schieb

Geringe Auswahl: E-Books lassen sich in wenigen Bibliotheken ausleihen

Digitale Werke anders behandelt als gedruckte Werke

Eine steile These, zugegeben. Aber tatsächlich werden Schriften und Bücher heute oft – teilweise ausschließlich – digital veröffentlicht. Das scheint ungemein praktisch, vor allem für eine Bibliothek. Denn E-Books verbrauchen weniger Stauraum und sollten sich auch leichter katalogisieren und pflegen lassen.

Es gibt allerdings ein erhebliches Problem: Während Bibliotheken problemlos physische Bücher kaufen und verleihen dürfen, ist … … weiterlesen

Ich shoppe, also bin ich: Youtube will Shopping-Anreize ausbauen

Als ob es auf Youtube nicht bereits genügend Kaufanreize durch leicht durchschaubare “Influencerinnen” gäbe, die uns ihre kostenlos zur Verfügung gestellten Produkte herzeigen und diese mit häufig genug bezahlten Werbesprüchen begleiten: Youtube hat einige neue Funktionen in der Entwicklung, die aus Youtube quasi einen Shopping-Kanal machen könnten – oder vielleicht sogar sollen.

Hauptsache kaufen: Youtube will verstärkt zum Kauf animieren; Rechte: WDR/Schieb

Hauptsache kaufen: Youtube will verstärkt zum Kauf animieren

Kauflinks zu ähnlichen Produkten

In den USA experimentiert das Videoportal schon seit einigen Monaten mit einem “Products in this video” getauften Algorithmus. Der erkennt in Videos hergezeigte oder auftauchende Produkte – und präsentiert kurzerhand in und unter dem Video Hinweise auf diese Produkte, auch direkt anklickbare Kauflinks. Denn darum geht es … … weiterlesen

NFTs: Ein Tweet, der 2,9 Millionen Dollar wert ist

Am 21. März 2006, also so ziemlich genau vor 15 Jahren, hat Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey den ersten öffentlichen Tweet überhaupt abgesetzt. “Just setting up my twttr”, ist da zu lesen. Auch heute noch – der Tweet ist schließlich öffentlich zugänglich.

Dieser erste Tweet auf Twitter von Jack Dorsey ist jetzt für rund 2,9 Millionen US-Dollar (2,43 Millionen Euro) auf der Auktions-Plattform Valuables von einem Bieter als “Non-Fungible Token” (NFT) ersteigert worden.

Jetzt fragen sich sicher viele – und zwar völlig zu Recht: Bitte? Wie kann man einen Tweet ersteigern, der auf der Plattform für jeden sichtbar ist? Wie kann so etwas jemandem derartige Summen wert sein?

just setting up my twttr

— jack (@jack) March 21, 2006

NFT: Non fungible Token

Natürlich kann niemand einen Tweet in die Hosentasche stecken, in den Safe legen oder sich an die Wand hängen – und allen anderen bleibt … … weiterlesen

Corona Warn App 2.0 kommt mit Luca light inside

Das nenne ich doch mal ein Upgrade: Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, will das Bundesgesundheitsministerium die Corona Warn App (CWA) nun doch überraschenderweise um eine entscheidende Funktion erweitern. Schon bald soll auch die Corona Warn App in der Lage sein, QR-Codes zu scannen, die in Restaurants, Fitness Clubs oder beim Friseur aushängen – um sich in einer Location “einzuchecken”.

Corona Warn App und Luca App sollen demnach dieselben QR-Codes scannen und verarbeiten können – aber auf unterschiedliche Weise damit umgehen. Gemeinsam sollen sie helfen, Infektionsketten in Clustern nachzuverfolgen – und die Bevölkerung zu warnen.

Corona Warn App wird erweitert; Rechte: WDR/Schieb

Corona Warn App wird erweitert: QR-Codes erzeugen und erstellen

Corona Warn App kann künftig QR-Codes scannen

Bislang kann die … … weiterlesen

Neuland? Welchen Nachrichten kann ich trauen?

An dieser Frage scheinen erstaunlich viele Menschen in Deutschland zu scheitern, wie eine aktuelle Studie über Nachrichtenkompetenz zeigt. Die “Stiftung Neue Verantwortung” hat dafür über viertausend Menschen in Deutschland befragt und wurde dabei unter anderem von der Kulturbeauftragten des Bundes, Monika Grütters, und der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt. Die Studie kommt also nicht direkt aus dem Wissenschaftsbetrieb, aber ihre Ergebnisse sind valide, repräsentativ und ebenso alamierend. Gut die Hälfte der Studienteilnehmer glaubt, dass Nachrichten über Minister „genehmigt“ werden müssten. Erstaunlich viele Menschen halten zudem RT Deutsch für eine neutrale Quelle – was für ein Gegensatz!

Tatsächlich “Neuland”

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte aller Teilnehmer nur geringe oder sehr geringe Nachrichtenkompetenz haben – es geht also unter anderem darum, Desinformationen zu erkennen und Werbung von Nachrichten zu unterscheiden. Das ist einerseits schockierend, aber andererseits nicht überraschend.

Das … … weiterlesen

Dank KI hat plötzlich jeder Rhythmus im Blut

Hollywood hat uns verdorben. Was die Filmstudios in den letzten Jahren so alles auf die Leinwand gezaubert haben – meine Güte. Dinosaurier. Sturmfluten. Auf die Erde krachende Kometen. Kriegsheere bis zum Horizont. Und natürlich Comic-Wesen jeder Art, die so ziemlich alles zuwege bringen.

Die Bilderfluten werden immer beeindruckender – echte Bilder braucht es da immer weniger. Alles, was unmöglich (oder zu teuer) ist oder nicht ins Studio passt, entsteht halt per Computer. Und sieht trotzdem verblüffend echt aus. Special Effects gehören zu Hollywood heute dazu.

Mein Kopf in eine Filmszene von Quentin Tarantino mntiert; Rechte: WDR/Schieb

Mein Kopf in eine Filmszene von Quentin Tarantino montiert

Hollywood-Effekte für alle

Aber was sich früher nur Filmstudios leisten konnten, landet heute in der Hosentasche von uns allen.

Es gibt mittlerweile zahllose Apps, die mit … … weiterlesen

Impfung: Einige wenige sorgen auf Facebook für Verunsicherung

Wir wissen es längst: Social Media wie Facebook, Youtube, Twitter und Co. sind nicht unbedingt die beste Adresse, wenn man sich solide und seriös informieren möchte. Denn Wahres steht gleichwertig neben Falschem, das Aufklärende sieht grundsätzlich genau aus wie das Verunsichernde und Zerstörende.

Zu allem Überfluss begünstigen die Algorithmen von Facebook und Co. alles, was Krawall macht, Emotionen aufwühlt und für Aufmerksamkeit sorgt. So ist sie eben, die “Erregungsökonomie” – einige wenige Portale profitieren davon, wenn Verschwörungsgeschichten die Runde machen.

Hasafigur für viele: Verwschwörungserwähler unterstellen Bill Gates absurde Intentionen; Rechte: WDR/Schieb

Hassfigur für viele: Verschwörungserzähler unterstellen Bill Gates absurde Intentionen

Interne Studie kommt zu aufschlussreichen Ergebnissen

Man muss es Facebook zugute halten, dass sie eine interne Studie angefertigt haben, die kürzlich … … weiterlesen

Online-Zahlvorgänge jetzt doppelt abgesichert

Kürzlich habe ich einer Freundin einen Gefallen getan: Sie machte sich Sorgen, dass auf ihrem Rechner Schad-Software (Malware) installiert sein könnte, die sie ausspioniert. Auf dem Rechner hat sie reichlich sensible Daten von der Arbeit. Abgesichert mit einem Passwort, das in jeder So-machen-wir-es-nicht-Fibel auf den ersten Plätzen steht: “1234”.

Machen wir uns nichts vor: Meine Freundin ist damit nicht alleine. Viele verwenden Passwörter, die selbst bei großzügigster Beurteilung als Witz bezeichnet werden müssten – da könnte man auch gleich ganz drauf verzichten.

Das Handy mit dem Gesicht entsperren - zusätzliche Absicherung; Rechte: WDR/Schieb

Das Handy mit dem Gesicht entsperren – zusätzliche Absicherung

Zwei-Faktor-Authentifizierung

Dabei geht es anders – jeder kann mit wenig Aufwand sein Passwort doppelt und dreifach absichern.

Ich kann … … weiterlesen

Je mehr Digital, desto weniger Lockdown?

Die Infektionszahlen steigen wieder. Wir kennen die Gründe: Es sind vor allem die deutlich aggressiveren Mutanten, die für ein höheres Infektionsgeschehen sorgen. Die Corona Warn App kann Ansteckungen nicht direkt verhindern, sondern lediglich warnen, wenn es einen möglichen Kontakt gegeben hat. Das ist schon was. Doch wir suchen händeringend nach weiteren digitalen Hilfsmitteln, um die Pandemie zu bekämpfen.

Einige sind bereits am Start, werden diskutiert und könnten helfen. Die viel diskutierte Luca-App zum Beispiel. Der Charme von Luca ist überzeugend: Durch einfaches Scannen eines QR-Codes mit der App in Restaurants, Fitness-Clubs oder überhaupt Locations jeder Art “einchecken”, damit die Gesundheitsämter im Fall der Fälle das Infektionsgeschehen verfolgen können.

Das Ziel: Super-Spreader erkennen, Menschen warnen und isolieren – und endlich die antiquierten Papierlisten ersetzen. So lässt sich wertvolle Zeit gewinnen, das versteht jeder.

Smudo hat ... <a href=… weiterlesen

Games-Plattform Roblox feiert Erfolge, Extremismus bleibt unterm Radar

Wer kennt “Roblox”? Die meisten schütteln vermutlich mit dem Kopf, aber vor allem Kinder und Jugendliche lieben die Games-Plattform. Schon vor zwei Jahren meldete “Roblox” einen Rekord von 100 Millionen aktiven Spielerinnen und Spielern – und hat damit Publikumslieblinge wie “Minecraft” und “Fortnite” zumindest zeitweise in den Schatten gestellt. Jetzt ist das Spiel an der Börse gestartet und dort gut 50 Milliarden Dollar wert.

Trotz des Erfolges bekommt “Roblox” aber Extremismus in der Community nicht ganz in den Griff.

Roblox ist eine Games-Plattform zum Spieleentwickeln

Darum geht es: “Roblox” ist eine Spieleplattform, auf der jeder seine eigenen Games veröffentlichen kann. Ein Baukasten hilft beim Spieleentwickeln, so können auch Laien einfache Spiele erstellen.

Seit 2006 sind so 50 Millionen Games entstanden, die sich alle ziemlich ähnlich sehen. Einfache Grafik, ein bisschen knuddelig, erinnert an den Minecraft-Look. Auch sind sie meist extrem simpel. Geschicklichkeitsspiele gibt es dort, Actionspiele, beliebt sind Berufsspiele, in … … weiterlesen

Warum 5G quasi auf Krücken daher kommt

Wer möchte das nicht: Schneller im Netz unterwegs sein. Webseiten, die sich blitzschnell öffnen, völlig ohne Ladezeiten. Video-Streams auf dem Smartphone in höchster Qualität – und niemals mehr nervige Ruckler, Aussetzer oder Verzögerungen. Dieses Bild zeichnen Handyhersteller und Mobilfunkanbieter vom neuen Mobilfunkstandard 5G.

Deutsche Telekom und Vodafone werben damit, 5G sei bis zu 100 Mal schneller als LTE. Als leichtgläubiger Kunde geht man also davon aus, dass einem das Smartphone regelrecht wegfliegt, ist es erst einmal in einer 5G-Zelle eingebucht.

Vielen Standorte mit 5G bieten gar kein echtes 5G-Tempo; Rechte; WDR/Schieb

Vielen Standorte mit 5G bieten gar kein echtes 5G-Tempo

Im 5G eingebucht – aber auch nicht schneller als sonst

Doch dem ist nicht so. Ich habe mich in Düsseldorf, Köln … … weiterlesen

Digitaler Impfpass: QR-Code nach dem Piks

Wir alle haben in den letzten Wochen wohl mehr “Piks”-Bilder im Fernsehen gesehen, als uns lieb ist: Wann immer von der Impfung die Rede ist, sehen wir Nadeln, die in den Oberarm vordringen. Ein durch und durch analoger Vorgang. Ebenso die Dokumentation des Impfvorgangs: Impfzentren und Ärzte tragen die Impfung in den gelben Impfpass ein.

Doch in den nächsten Wochen werden wir in Situationen kommen, in denen es einen Unterschied macht, ob wir geimpft sind – oder nicht. Möglicherweise beim Betreten eines Flugzeugs, eines Ressorts, eines Theaters, eines Stadions. Der Staat kann keine Einschränkungen für Personen aufrechterhalten, die weder für andere eine Gefahr darstellen noch sich selbst ins Risiko wagen. Wer geimpft ist oder gesundet, muss sich wieder frei bewegen können.

Ein individueller QR Code enthält alle relevanten Daten; Rechte: WDR/Schieb… weiterlesen

Eine neue Corona-App wird auch nicht alle Probleme lösen

Um die Corona-Warn-App ist es sehr leise und sehr laut geworden. Sehr leise, weil die Politik die App offenbar abgeschrieben hat. Sehr laut, weil die Kritik an ihr nicht abreißt und Menschen sogar darüber nachdenken, sie einfach wieder zu löschen.

Stattdessen soll es bald eine neue App richten. Wahlweise zur Kontaktverfolgung oder als Impfnachweis – je nachdem, wen man in der Politik so fragt. Einer der heißen Kandidaten jedenfalls ist die Luca-App mit ihrem Markenbotschafter Smudo – zu der es aber auch eine ganze Reihe an Kritikpunkten zu Datenschutz und fehlender Transparenz gibt.

Mich irritiert das. Mich irritiert zum Beispiel, dass die Corona-Warn-App zum Flop erklärt wird. Und ich frage mich, auf Basis welcher Zahlen das geschieht. Denn es gibt keine, aus denen ich mir zutrauen würde, die Wirksamkeit aufs Infektionsgeschehen zuverlässig einzuschätzen. Das liegt am Datenschutz. Vielleicht liegt es auch am Datenschutz, dass die … … weiterlesen

Digitalisierung: Bundeszerredungsrepublik Deutschland

Ordnung. Struktur. Organisation. Wir Deutschen haben im Ausland ein gewisses Image, das ein Faible – und wohl auch eine Neigung – für Ordnung, Planbarkeit und Zuverlässigkeit erwarten lässt. Doch immer öfter frage ich mich: Wieso eigentlich? Die letzten Monate haben doch gezeigt, dass andere Länder in diesen Disziplinen offensichtlich viel besser sind als wir.

In der Demokratie sind immer Kompromisse gefragt; Rechte: WDR/Schieb

In der Demokratie sind immer Kompromisse gefragt

Andere Länder sind schneller und besser organisiert

Viele asiatische Länder waren wirklich exzellent auf eine Pandemie vorbereitet und haben ohne Zögern und Zaudern auf die ersten Anzeichen einer Bedrohung reagiert – und vor allem auch agiert. Sie haben blitzschnell längst vorbereitete Notfallpläne aktiviert, Regeln durchgesetzt, konsequent auf Digitalisierung gesetzt, Apps entwickelt und an … … weiterlesen

Wir haben heute keine Luca App für Dich!

Eigentlich wollten sich Bund und Länder heute darüber verständigen, wie sich die Kontaktnachverfolgung mit einer App digitalisieren lässt. Doch die Entscheidung darüber wurde vertagt.

Ganz so, als hätten wir keine Zeit zu verlieren. Und damit sind wir auch schon mit mittendrin, im Problem: Schon seit Monaten liegen – teilweise wirklich gute – Lösungen vor, wie sich Kontakte in der Pandemie bei Bedarf nachverfolgen und lästige Papierlisten ersetzen lassen.

Wir erinnern uns: Im vergangenen Jahr mussten wir uns noch regelmäßig im Restaurant in Papierlisten eintragen.

Die Luca App macht es einfach, Cluster nachzuverfolgen; Rechte: WDR/Schieb

Sollte eigentlich heute starten: Die Luca App macht es einfach, Cluster nachzuverfolgen

Es gibt eine Reihe guter und tauglicher Apps

Apps wie Vida, Herein!, Darfichrein oder eben … … weiterlesen

“Facebook News” – Was steckt dahinter?

Als vor knapp eineinhalb Jahren Facebook News in den USA startete, war der Aufschrei groß. Facebook-Chef Marc Zuckerberg hatte zwar „high-quality journalism“ versprochen – doch neben “New York Times” und Co. erhielt auch das mindestens rechtspopulistische Portal “Breitbart” eine Plattform.

Als Facebook dann im vergangenen Jahr ankündigte, mit seinem News-Angebot auch nach Deutschland kommen zu wollen, waren die Befürchtungen groß, hier könne sich Ähnliches wiederholen – das scheint aber nicht der Fall zu sein.

Spiegel, Zeit und viele Regional-Verlage

Wenn Facebook News im Mai in Deutschland startet, dann werden viele große Medienhäuser wie „Der Spiegel“, „Die Zeit“ und auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ dabei sein – das sind definitiv vertrauenswürdige Quellen mit guten Inhalten.

Angebote wie Breitbart wird es in der deutschen Ausgabe nicht geben. Sicherlich lässt sich darüber streiten ob Portale wie „Promiflash“ „high-quality journalism“ sind, aber Desinformation ist das nicht.

Gespaltene Verlage – Es geht ums Geld

Nicht … … weiterlesen

Twitter führt eine besondere Art von Pay Wall ein

Während Facebook, Instagram und last not least auch TikTok ständig wachsen und unentwegt neue Sachen ausprobieren, ist Twitter eher behäbig unterwegs. Wie ein VW Käfer: Am Design ändert sich nicht, am Innenleben auch nicht – aber wer damit unterwegs, kommt zuverlässig ans Ziel. Twitter läuft und läuft und läuft …

Neue Features wie die Twitter Fleets sind nur ein paar Tage interessant – und danach auch schon wieder vergessen. Doch jetzt hat Twitters Chefetage einige neue Funktionen angekündigt, um die Umsatzzahlen explodieren zu lassen … Oder, um es im Silicon-Valley-Sprech zu sagen: Neue Funktionen, die der Twitter-Community eine völlig neue User Experience bescheren.

Einmal tippen - und zum zahlenden Fan werden; Rechte: WDR/Schieb

Einmal tippen – und zum zahlenden Fan werden

… weiterlesen

Google macht Schluss mit Schnüffel-Werbung – demnächst

Wir kennen das Phänomen alle: Wir suchen nach einer besonderen Lampe und schauen uns das gute Stück in einem Onlineshop an – und in den nächsten Tagen sehen wir die Lampe andauernd überall. Auf Webseiten. Im News-Bereich. Im Artikel über Gesundheitslatschen. Immer und immer wieder erscheint die Lampe. So lange, bis wir schwach werden und zuschlagen. Dann verschwindet die Werbung wie von Geisterhand gesteuert – und wir bekommen Werbung für Leuchtkörper präsentiert.

So ist das Internet: Es kennt uns besser als wir selbst. Vor allem die Werbenetzwerke. Allen voran Google und Facebook. Die Netzwerke beobachten uns ununterbrochen. Das erledigen sie über sogenannte “Tracker”, die uns überall beobachten. Selbst in Apps stecken solche Tracker: Obwohl keine Werbung erscheint, tracken sie uns trotzdem. Etwa unseren Aufenthaltsort.

Privatsphäre: Nimmt im Web eine immer größeren Stellenwert ein; ... <a href=… weiterlesen

Australiens Mediengesetz – der gefährliche Präzedenzfall

“Wir führen einen Stellvertreterkrieg für die Welt.” Mit diesen Worten hat Australiens Schatzmeister Josh Frydenberg in den vergangenen Wochen klar gemacht, wie er das neue Mediengesetz seiner Regierung einstuft: als ein Vorbild für andere Länder.

Weltweit gibt es Pläne in der Politik, härter gegen Facebook und Google vorzugehen – und ihnen dabei auch Geld abzunehmen, um es zum Beispiel an kriselnde Verlage auszuschütten. Dass Facebook wie jetzt in Australien die Inhalte von Zeitungsverlagen eine Woche lang blockt, dann wieder in Verhandlungen geht und am Ende wohl doch viel Geld an die Verlage abdrücken wird – das hat man sich in anderen Ländern deshalb genau angeschaut.

Kanada zum Beispiel kündigt ein ähnliches Mediengesetz an, und Kulturminister Steven Guilbeault wählt auch ähnlich kämpferische Worte: “Kanada steht in diesem Kampf in vorderster Reihe”, sagt er. Welchen Weg sein Land dabei wählt, lässt er allerdings offen: den australischen Weg, der Facebook und … … weiterlesen

75 Mio. EUR Strafe: TikTok beutet Daten von Minderjährigen aus

In den USA musste die vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen so beliebte Video-Plattform TikTok einen herben Schlag einstecken: 92 Millionen Dollar Entschädigung muss das chinesischer Unternehmen zahlen. Umgerechnet 75 Millionen EUR.

Der Vorwurf, der jetzt von Richtern bestätigt und mit einer ungewöhnlich hohen Entschädigungszahlung geahndet wurde: Die Video-Plattform verstößt grob, andauernd und im hohen Maße gegen geltende Datenschutzbestimmungen. Derart massiv, dass selbst die Amerikaner das nicht tolerieren wollen – und das will was heißen.

TikTok spricht vor allem junge Menschen an; Rechte: WDR/Schieb

TikTok spricht vor allem junge Menschen an – auch viele Minderjährige

Selbst in den USA ein Datenschutzverstoß

Das Besondere an diesem Fall – und was in den USA zweifellos den Ausschlag gegeben hat: TikTok sammelt … … weiterlesen

Der Konsolenkauf ist zur Glückssache geworden

Die Spielekonsolen der nächsten Generation sind seit etwas mehr als drei Monaten im Handel. Die Playstation 5 von Sony und die Xbox Series X von Microsoft sollen das Spielen schneller, schöner, besser machen. Bei vielen Spielern hat sich aber Frust verbreitet: Sie haben keine neue Konsole mehr ergattern können.

Die neuen Konsolen sind ein Erfolg. Voriges Jahr sollen sie weltweit insgesamt sieben Millionen Mal verkauft worden sein. Aber es könnten noch viel mehr verkaufte Geräte sein, denn die Nachfrage ist riesig – das Angebot bleibt kläglich. Die Regale der Elektronikläden sind leer. Die Corona-Pandemie hat die Produktion von Sony und Microsoft in die Knie gezwungen.

Zu wenige Siliziumscheiben – zu wenige Spielkonsolen

Auf dem Weltmarkt gibt es zu wenige Siliziumscheiben; die brauchen nicht nur die zwei Gameskonzerne für die Chips ihrer Konsolen, sondern auch Grafikkartenhersteller wie AMD oder Nvidia.

Die willigen Konsolenkäufer stehen in den Startlöchern und warten auf … … weiterlesen

Apple kämpft gegen Tracking – und macht Datenschutz zum Luxusgut

Nächsten Monat erscheint eine neue Version des iPhone-Betriebssystems, die Fakten schaffen wird. iOS 14.5 klingt nach ein paar neuen Funktionen, nach geschlossenen Sicherheitslücken, nach klassischer Betriebssystempflege. Doch in Version 14.5 steckt Zündstoff: Sie erschwert Trackern ihre Arbeit. Zugriff auf die Geräte-ID gibt es nur noch gegen die Zustimmung der Nutzer – die einzelne Tracker auch abschalten können.

Das gefällt vor allem zwei Unternehmen nicht: Google und Facebook – deren Geschäft im Gegensatz zu dem von Apple daraus besteht, Profile über ihre Nutzer zu bilden, um viel Geld für passgenaue Werbeanzeigen zu verlangen. Facebook protestiert gegen die Pläne mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen und Kampagnenwebsites, mit denen es sich als Verteidiger kleiner Unternehmen geriert – und des Internets an sich.

Werbeanzeigen von Facebook… weiterlesen

Plattformen sollten nicht über Presseprodukte richten

Wenn ein Kiosk-Betreiber entscheidet: “Das Stern-Magazin hänge ich nicht mehr ins Fenster – und die BILD verkaufe ich auch nicht mehr”, so ist das sein gutes Recht. Eine freie unternehmerische Entscheidung. Wenn aber alle Kioske und Bahnhofsbuchhandlungen des Landes einheitlich gesteuert sind und die Unternehmensleitung dann beschließt, bestimmte Blätter aus dem Sortiment zu werfen, hätte das eine ganze andere Wirkung – und Bedeutung.

Es ist eben eine Frage von Macht über Reichweite und politische Meinungsbildung.

Plattformen haben zu viel Macht

So ist es auch mit den Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter, Youtube und Co. Was hier online geht und was nicht, das bestimmen die Betreiber selbst – basierend auf den Nutzungsbedingungen.

Einzige Ausnahme ist in Deutschland das mühsam erarbeitete Netzwerksdurchsetzungsgesetz (NetzDG), das dafür sorgt, das bestimmte Einträge, die gegen geltendes Recht verstoßen, zeitnah entfernt werden müssen. Doch im Wesentlichen gilt Hausrecht.

Diese Macht lässt sich missbrauchen. Das hat Facebook … … weiterlesen

Elon Musk, der Online-Messias

In letzter Zeit muss ich häufig an diese Szene im Film “Das Leben des Brian” denken. Da wollen die Menschen unbedingt daran glauben, dass Brian der Messias ist. Selbst wenn er bei der übereilten Flucht vor dem Mob eine Sandale verliert, ist das für den Anhängerschaft nicht weniger als “ein Zeichen”. Es wird noch kurz darüber diskutiert, ob alle eine Sandale ausziehen sollen oder einfach nur Brians Sandale in die Sonne gehalten werden müsse. Aber ein Zeichen – ja, das auf jeden Fall.

Elon Musk twitter gerne; Rechte: WDR/Schieb

Elon Musk kann über Twitter eine Menge bewegen – und anrichten

Jede(r) ein potenzieller Messias

Das Internet macht potenziell jeden zum Messias. Mögliche Zeichen gibt es genug – und interpretierwillige Anhängerschaft in Hülle und Fülle.

Elon … … weiterlesen

Facebook zeigt wieder News in Australien – sucht aber selbst aus

Das kam überraschend schnell: Doch die australische Regierung und Facebook haben mitgeteilt, sie hätten sich geeinigt. In den nächsten Tagen sollen die aktuell geblockten Inhalte australischer Medien wieder freigeschaltet werden. Der australische Gesetzgeber hat seinen Gesetzentwurf angepasst.

Ist das nicht schön, wenn ein Konzern an der Gestaltung von Gesetzen mitwirken darf – und das sogar so unverhohlen?

In Australien hat Facebook neue Regeln durchgesetzt; Rechte: WDR/Schieb

In Australien hat Facebook neue Regeln durchgesetzt

Facebook sucht sich selbst aus, welche Medien gezeigt werden

Der aktuelle Disput zwischen der australischen Regierung und mächtigen IT-Konzernen wie Google und Facebook zeigt bereits, wie mächtig diese Konzerne sind. Kleine Unternehmen (oder wir Bürger) würden in einer solchen Situation einfach plattgewalzt. Große Konzerne aber können nicht nur … … weiterlesen

WhatsApp: Nach dem 15. Mai wird’s quälend

WhatsApp bekommt aktuell zu spüren, dass die Menschen unzufrieden sind. Es gibt klare Abwanderungstendenzen zu Signal, Threema und Telegram – also zur Konkurrenz. Auch ich kommuniziere nun immer mehr über Signal. Ganze Gruppen – etwa von Redaktionen – sind von einem Tag zum anderen gewechselt.

Richtig so, denn wenn sich alle einig sind (Motto: Es reicht, lasst uns wechseln!), ist ein reibungsloser Umstieg möglich.

Verwirrung und Verunsicherung durch die neuen Regeln; Rechte: WDR/Schieb

Verwirrung und Verunsicherung durch die neuen Regeln

Neue Nutzungsbedingungen verunsichern User

Anlass für die aktuell hohen Abwanderungen sind vor allem die neuen Nutzungsbedingungen, die eigentlich gar keine erweiterten Zugriffsrechte vorsehen, aber trotzdem sehr viele User verunsichern. WhatsApp will sich diese neuen Regeln im heute üblichen Stil übermächtiger Konzerne … … weiterlesen

Medienanstalten gegen Desinformation im Netz

Das World Trade Center sei gesprengt worden, Corona nur eine Grippe und die Impfung dagegen gefährlich: Es sind relativ große Portale in Deutschland, die solche Nachrichten verbreiten. Und obwohl es Desinformation sind, konnten die Portale bislang relativ ungestört arbeiten, weil es keine Kontrollinstanz gab.

Artikel könnten aus dem Netz verschwinden

Mit dem neuen Medienstaatsvertrag hat sich das nun geändert: Die Medienanstalten der Bundesländer können als Kontrollinstanz auftreten. Was für die Zeitungen der Presserat ist und für die Öffentlich-Rechtlichen die Rundfunkräte, übernehmen die Medienanstalten, wenn es keine andere Kontrollinstanz gibt.

Der Direktor der Medienanstalt in NRW, Tobias Schmid, sagt, er schaue „ob es sozusagen handwerkliche Fehler gibt, (…), ob Recherchepflichten nicht erfüllt worden sind und ob dadurch möglicherweise ein Eindruck erzeugt wird, der in der öffentlichen Wahrnehmung manipulativ sein kann.“

Genauen diesen Eindruck der Manipulation scheinen einige Medienanstalten in mehreren Fällen zu haben … … weiterlesen

Mehr Umweltschutz: Akkus sollen künftig austauschbar sein

Sind wir doch mal ehrlich: Wer macht sich schon Gedanken über all die Akkus, die wir heute wie selbstverständlich im Einsatz haben. Im Handy. In der Digitalkamera. Im Mikro. In der Action Cam. In der Power-Bank… Da kommen leicht Dutzende, Hunderte Akkus in einem einzigen Haushalt zusammen.

Ein immenses Problem. Denn das Herstellen und vor allem auch das fachgerechte Entsorgen von Akkus ist ein immenses Umweltproblem, wie diese empfehlenswerte (und schockierende) ARTE-Dokumentation zeigt.

Der CO2-Ausstoß bei der Produktion moderner Digitalgreäte ist enorm; Rechte: WDR/Schieb

Der CO2-Ausstoß bei der Produktion moderner Digitalgeräte ist enorm

Festverbaute Akkus besonders problematisch

Besonders problematisch sind aber jene Akkus, die fest im Gerät verbaut sind. In der Smartwatch zum Beispiel. Oder in vielen Smartphones und Tablets. Problematisch deshalb, … … weiterlesen

Warum Facebook in Australien dem Journalismus den Stecker zieht

Die Geschichte ist alt. Sie trug in Deutschland den Titel “Leistungsschutzrecht”, in Brüssel und Straßburg hieß sie “Urheberrechtsrichtlinie” – und in Australien “Media Bargaining Law”. Aber in keinem Land hat ein Internetkonzern die Muskeln so sehr spielen lassen, wie Facebook es nun in Australien tut.

Facebook zieht dort sämtlichen journalistischen Inhalten den Stecker. Nutzer können diese Inhalte nicht mehr teilen – egal, ob aus Australien oder anderen Ländern. Und Medienhäuser selbst können ihre Facebook-Seiten nicht weiter betreiben.

Das neue Mediengesetz in Australien soll den Verlagen einen fairen Wettbewerb ermöglichen. Laut der Kartellbehörde gehen von 100 Dollar für Werbung im Netz ganze 81 Dollar an Google und Facebook – in einem Markt, in dem auch die Verlage gut verdient haben. Ein Gesetz also, um das Geschäft der Verlage zu schützen – oder wie Kritiker es ausdrücken: ihnen auch ein Stück vom Kuchen zu sichern.

… weiterlesen

Mein Gesicht gehört mir: Kommt ein Verbot für Gesichtserkennung?

Unser Gesicht ist wohl eins unserer eindeutigsten Erkennungsmerkmale: Jeder hat eins – und trägt es stets gut sichtbar mit sich herum.

Und es ist heute häufig öffentlich zu sehen: In Fotos, Postings und Videos. Das machen sich windige Unternehmen wie Clearview AI aus New York oder auch PimEyes aus Polen zunutze: Sie sammeln ungefragt im großen Stil öffentlich im Netz zugängliche Fotos und Videos ein, archivieren die enthaltenen Gesichter und erstellen biometrische Daten.

Gesichtserkennung kann mehr als nur Gesichter erkennen; Rechte: WDR/Schieb

Gesichtserkennung kann mehr als nur Gesichter erkennen – auch Alter, Geschlecht und Gemütszustand

Biometrische Daten sind extrem sensibel – da unveränderlich

Die Folge: Wir sind ganz leicht anhand unseres Gesichts zu identifizieren. Es reicht ein Profilfoto bei Twitter … … weiterlesen

Gaming gehört in den Lebenslauf!

Wer gerne Videospiele spielt, sollte ernsthaft darüber nachdenken, dieses Hobby in seinen Lebenslauf zu schreiben. Denn wer sich mit Games beschäftigt, kann damit eine ganze Reihe von Fähigkeiten nachweisen.

Zeitverschwendung sind Videospiele sowieso nicht. Wenn ein Game für ein paar Stunden gut unterhält, genügt das. Aber auch wenn ich kein Freund davon bin, bei Games unbedingt großen Nutzen für die eigene Entwicklung oder irgendeinen Lerneffekt suchen zu wollen, liegen diese inzwischen auf der Hand.

Sind Civilization-Spieler gute Manager?

Ein Beispiel: Im Strategiespiel “Civilization” geht es darum, eine Nation von der Jungsteinzeit bis in die Zukunft zu führen, Städte zu gründen, Kriege auszufechten, diplomatische Beziehungen aufzubauen. Wer gut in Civilization ist, der hat auch einige Fähigkeiten, die man im Management benötigt.

Ein Forschungsteam von den Unis in Liechtenstein, Münster und Rotterdam hat das nachgewiesen: Es hat 40 Studierende “Civilization” spielen lassen.

Im Anschluss haben sie die Studierenden in einem Assessment-Center getestet. … … weiterlesen

Vor 75 Jahren: Der erste Computer der Welt

Wir blicken jeden Tag dutzendfach auf das Display unseres Smartphones. Reagieren reflexartig auf durch dezentes Vibrieren angekündigte Ereignisse. Kaufen durch Antippen alles Mögliche ein. Und amüsieren uns über Postings, Fotos und Videos in unserer Timeline.

Doch nur die wenigsten machen sich Gedanken darüber, wie das eigentlich überhaupt alles möglich ist. Nämlich: durch Programmierung. Jedes Gerät – egal wie klein oder groß -, das in irgendeiner Weise Entscheidungen fällt (und sei es auch nur, wann der Wecker klingelt), erfordert Anweisungen. Ein Computerprogramm.

Der erste programmierbare Rechner überhaupt

Heute sind wir umgeben von Maschinen, die programmiert sind – und programmiert werden können. Fast überall ist heute ein Minirechner enthalten. Vor genau 75 Jahren – am 15.02.1946 – ist in Philadelphia, Pennsylvania, der erste frei programmierbare Computer der Öffentlichkeit vorgestellt worden: 27 Tonnen schwer, 17 mal 10 Meter groß. Aber eben frei programmierbar. Sein Name: ENIAC – “Electronic Numerical Integrator and Computer”.

Gebaut … … weiterlesen

Prank-Videos: Youtuber beim Dreh erschossen

Was würden wir wohl tun, wenn plötzlich zwei junge Männer Anfang 20 wie aus dem Nichts auftauchen und mit langen Fleischermessern bewaffnet auf uns zukommen? Panische Angst wäre eine mehr als natürliche Reaktion. Und wer bei Verstand ist und keinen Fluchtweg entdeckt, macht sich bereit zum Widerstand.

Eine typische “Fight-or-Flight”-Situation: Flüchten oder Kämpfen. Unser Gehirn ist darauf programmiert.

Wann ist ein Scherz noch harmlos, wannn wird's zur Bedrohung? Rechte: WDR/Schieb

Wann ist ein Scherz noch harmlos, wannn wird’s zur Bedrohung?

Youtuber erschossen – weil er Menschen zu Tode erschreckt

In den USA hatte das jetzt schlimme Folgen: Ein junger Mann hat einen 20-Jährigen erschossen. Einen mit Fleischermesser in der Hand. Der meinte nämlich, es sei eine witzige Idee, gemeinsam … … weiterlesen

Gericht verbietet Spahn Kooperation mit Google – und nun?

Im vergangenen Herbst hat das Bundesgesundheitsministerium eine Art Wissensportal zum Thema Gesundheit gestartet: Unter der Adresse gesund.bund.de gibt es solide recherchierte Informationen zu wichtigen Krankheiten und Symptomen, ob Migräne, Gürtelrose oder Covid-19.

Das Angebot soll als Gegenmaßnahme zu den Falschinformationen verstanden werden, die im Netz kursierten – und kursieren.

Durch eine Kooperation mit Google erscheinen die Infos aus dem Ministerium allerdings besonders prominent. Ein Knackpunkt: Das Münchener Landgericht hat diese Kooperation von Bundesgesundheitsministerium und Google nun vorläufig untersagt.

Das populäre Portal netdoktor.de hat geklagt; Rechte: WDR/Schieb

Das populäre Portal netdoktor.de hat geklagt – erfolgreich

Durch Kooperation mit Google prominent platziert

Ein Paukenschlag. Verlagsgruppen haben gegen das Portal und die Kooperation mit Google geklagt. Erfolgreich.

Was man wissen muss: Die Betreuung … … weiterlesen

Vergesst die Sache mit dem Apple-Auto!

Es ist eins der hartnäckigsten Gerüchte der Techwelt: Arbeitet Apple an einem Auto? Das Wall Street Journal schrieb 2015 zum ersten Mal darüber. Jetzt hat Bloomberg nachgelegt: Apple könne sein Auto noch in diesem Jahrzehnt zur Marktreife bringen.

Die Apple-Fans in meiner Timeline triggert das regelmäßig: Steht die nächste Disruption an? Macht sich Apple daran, einen weiteren Markt umzukrempeln? Bekommt Tesla endlich Konkurrenz?

Audioplayer

Autonomes Fahren: Apple vs. deutsche Hersteller – WDR 5 Profit

Ich möchte eine Wette eingehen: Ja, Apple baut ein Auto. Aber nein, wir werden in den kommenden Jahren kein Auto von Apple kaufen können.

Ein Auto würde Apple zu wenig Gewinn bringen

Das geht schon beim Geld los: Apple setzt mit seinen Produkten auf exorbitante Gewinnspannen. Die Bauteile des iPhone 12 Pro zum Beispiel … weiterlesen

Sie haben das Capitol gestürmt – ihre Apps haben sie getrackt!

Der Sturm auf das Capitol am 6. Januar ist schon längst in den Geschichtsbüchern notiert. Was man noch nicht genau weiß – und das beschäftigt die US-Behörden nachdrücklich -: Wer alles dabei gewesen ist. Denn wenn sich die Personen identifizieren lassen, hagelt es Anzeigen und Klagen.

Unbekante haben der New York Times nun kürzlich Unmengen an Datensätzen zur Verfügung gestellt. Über 100.000 Ortsinformationen aus Handys, mit deren Hilfe sich aussagekräftige Bewegungsmuster erstellen lassen. Aber nicht nur das: Selbst eine Identifizierung der vor Ort Gewesenen ist damit leicht möglich.

Bewegungsdaten von Handys beim Sturm aufs Capitol; Rechte: New York Times/Schieb

Bewegungsdaten von Handys beim Sturm aufs Capitol

Rund 100.000 Ortsdaten geleakt

Die Reporter der New York Times haben die Daten bereits analysiert und bearbeitet. So lässt sich zum Beispiel in … … weiterlesen

Der Kampf um die Tracker geht in die nächste Runde

Wer hätte gedacht, dass sich die Dinge – ohne politischen Druck – auch mal von selbst in Richtung mehr Datenschutz und Privatsphäre entwickeln würden. Doch genau das passiert gerade. Den Stein ins Rollen gebracht hat ohne jeden Zweifel Apple: Zuerst wurden App-Entwickler gezwungen, im App-Store Angaben zu den abgegriffenen Daten zu machen.

Apple iOS will User künftig fragen, ob Tracker zugelassen sind; Rechte: WDR/Schieb

Apple iOS will User künftig fragen, ob Tracker zugelassen sind

Apple hilft Nutzern, Tracker abzuwehren

Dann erschwert die nächste Version der Apple-Betriebssysteme Trackern ihre Arbeit erheblich: Der Zugriff auf die Geräte-ID erfolgt nur unter ausdrücklicher Zustimmung der User. Außerdem werden User sehen können, welche Tracker im Gerät aktiv sind – und einzelne Tracker einfach abschalten können.

Apple muss keinen Umsatzverlust befürchten – denn Apple wertet … … weiterlesen

Macht Joe Biden die Netzpolitik europäischer?

Was hat Joe Biden mit dem Internet vor? Gut zwei Wochen ist der neue Präsident in den USA jetzt im Amt, und noch immer ist die Antwort auf diese Frage nicht einfach.

Biden hat zwar schon deutliche Worte gefunden – über Facebook (“Ich war nie ein Fan”), Mark Zuckerberg (“Er ist ein echtes Problem”) und die Gesetzesvorschrift, die Social-Media-Plattformen von einer Verantwortung für die Inhalte befreit (“Sollte abgeschafft werden”). In der Netzpolitik gilt er aber eher als unbeschriebenes Blatt.

Ein bundesweites Datenschutzgesetz für die USA

Vermutlich wird es auch weniger die klassische Netzpolitik, sondern eher der Verbraucherschutz sein, um den es Joe Biden in seiner Präsidentschaft gehen wird. Was politische Beobachter dabei vor allem erwarten, klingt schon fast europäisch: ein bundesweites Datenschutzgesetz für die USA – was ein Novum wäre.

Seit Jahren versuchen Datenschützerinnen und Politiker vergeblich, ein … … weiterlesen

Briefmarke mit QR-Code ermöglicht Tracking von Briefen

Die traditionelle Post auf Papier wird auch gerne etwas boshaft “Snail Mail” genannt – Schneckenpost. Weil sie nun mal deutlich länger braucht als eine E-Mail. Doch gibt es dennoch reichlich Situationen, in denen ein echter Brief überlegen oder sogar unverzichtbar ist. Beim Versand von Dokumenten zum Beispiel, bei Schriftstücken oder wenn ein kleiner Gegenstand verschickt werden muss.

Zugestellt: Tracking der Briefe - fast wie beim Paket; Rechte: WDR/Schieb

Zugestellt: Tracking der Briefe – fast wie beim Paket

Individueller QR-Code erlaubt Tracking

Ab Donnerstag (04.02.2021) werden auch die traditionellen Briefe digitaler. Denn die Post führt eine neue Briefmarke ein: Mit Motiv – und individuellem QR-Code an der rechten Seite, dem sogenannten “Matrixcode”. Die erste Marke dieser Art – 80 Cent für Standardbriefe … … weiterlesen

Jeff Bezos will ins Weltall

Der Weltraum hat offenbar eine magische Anziehungskraft auf Milliardäre, die mit dem Dotcom-Hype ihr Geld verdient haben. Nach Paypal- und Tesla-Gründer Elon Musk, der mit SpaceX zum Mars will, zieht es nun auch Amazon-Chef Jeff Bezos ins All. Er will unbedingt in einer Rakete seiner Weltraumfirma Blue Origin mitfliegen – und hat deshalb jetzt seinen Vorstandsvorsitz bei Amazon niedergelegt. Damit sich “Amazons Investoren nicht sorgen”.

Wie rührend. Jeff Bezos macht sich Gedanken, dass seine Investoren möglicherweise leiden, wenn er – als derzeit zweitreichster Mensch der Welt – möglicherweise einen Weltraumspaziergang anstrebt.

Deshalb übergibt er die Führung an Andy Jassy, der bislang den sehr erfolgreichen Cloud-Bereich von Amazon leitet.

Lunar Lander: Jeff Bezos Company will Mond und Weltraum erforschen; Rechte: WDR/Schieb

… weiterlesen

Clubhouse, das schlimmere WhatsApp?

Die Audio-App Clubhouse erlebt bei uns in Deutschland aktuell einen regelrechten Hype. Zumindest bei Branchen-Insidern, Journalisten und einigen Politikern. In virtuellen Räumen mit anderen sprechen zu können – tatsächlich sprechen, mit der eigenen Stimme! –, das ist durchaus eine charmante Idee und ein interessantes neues Konzept.

Clubhouse wirkt auf viele wie ein neues Spielzeug auf Kinder: Alle wollen damit mal spielen.

Clubhouse App: In Räumen debattieren ist trotzdem immer öffentlich; Rechte: WDR/Schieb
Es gibt reichlich Kritik an Clubhouse – berechtigte Kritik!

Kritik am mangelnden Datenschutz – und Verstoß gegen DSGVO

Doch die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat die Clubhouse-Anbieter schon wegen gravierender rechtlicher Mängel abgemahnt. Unter anderem wegen des fehlenden Impressums und weil es keine deutschsprachigen Datenschutzbestimmungen gibt. Das teilte … … weiterlesen

Hackerangriffe – oder schlecht gesicherter Distanzunterricht?

Wenn man den Schlagzeilen der vergangenen Wochen glaubt, ist der Distanzunterricht in der Corona-Pandemie unter einem Sturm von Hackerangriffen zusammengebrochen. Schulserver, die nicht erreichbar waren. Videokonferenzen, die von Störern besucht wurden. Ein paar andere Probleme hier und da. Diagnose also: Hackerangriffe!

Wirklich? Beim genaueren Blick stellen sich einige Fälle anders dar.

– Beispiel: Ickingen. “Hackerangriff auf Onlineunterricht”, hieß es bei der Süddeutschen Zeitung zunächst. Der Grundkurs Deutsch bekam Besucher. Ein Unbekannter fragte, wie es geht. Stöhngeräusche, schrille Musik, bis die Lehrerin den Stecker zog. Hackerangriff? Nein. Fahrlässigkeit: Die Teilnahme an der Videokonferenz war ohne Passwort möglich.

– Beispiel: Rheinland-Pfalz. “Hackerangriff auf Lernplattform”, so der SWR, nachdem Unbekannte die Plattform für den Distanzunterricht mit einem DDoS-Angriff lahmlegten – ihn also mit zahlreichen unsinnigen Anfragen in die Knie zwangen. Hackerangriff? Nicht zwingend. Für DDoS-Angriffe gibt es frei verfügbare Software.

– … … weiterlesen

Das Problem mit der Altersfreigabe für Computerspiele

Das klingt erst einmal nach einer großen Zahl: Voriges Jahr hat die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) 1.453 Videospiele geprüft und mit einer Altersfreigabe versehen. Diese Games sind also für Spielerinnen und Spieler ab 18 Jahren oder jünger zugelassen.

Videospiele, die in einer Packung im Geschäft stehen, werden geprüft. Aber dieses Jahr sind allein im Januar auf der PC-Games-Plattform Steam etwa 1.000 Computerspiele erschienen. Dazu kommen die Shops von Nintendo, Xbox und Playstation sowie Mobile-Games für Apple- und Android-Geräte.

Es ist unmöglich, dass die USK diese Software-Flut komplett prüfen kann. Darum werden Games in einigen digitalen Shops, etwa von Nintendo, der Xbox und seit kurzem der Playstation, über das IARC-System klassifiziert. IARC steht für International Age Rating Coalition. Die Entwickler selbst stufen da ihre Games über einen Fragebogen ein, bekommen dann automatisiert eine Altersfreigabe.

Die Plattform Steam ist kein Teil dieser Koalition, Apples App-Store auch nicht. Und das ist ein riesiges Versäumnis. … … weiterlesen

Apple will Trackern an den Kragen

Warum sind eigentlich so viele Apps kostenlos?

Diese Frage sollten wir uns unbedingt öfter stellen. Am besten jedes Mal, wenn wir mal wieder eine App herunterladen. Denn Apps zu entwickeln und zu betreiben, ist eine kostspielige Sache. Es muss schon gute Gründe geben, wieso eine App kostenlos abgegeben wird. Die WDR Aktuell App zum Beispiel ist durch Gebühren finanziert. Klare Sache.

Datenschutz auf dem iPhone: Tracking lässt sich abschalten; Rechte: WDR/Schieb

Im Schnitt sechs versteckte Tracker pro App

Aber nicht so die vielen Games, Foto-Apps, Malprogramme, Spaß-Apps und Tools. Nicht wenige davon finanzieren sich über sichtbare Werbung. Manche aber auch, indem sie den Nutzer beobachten und klammheimlich Daten sammeln. Laut Apple enthalten Apps heutzutage durchschnittlich “sechs Tracker von anderen Unternehmen, deren einziger Zweck … … weiterlesen