5G lässt Strombedarf explodieren

Wer mit seinem Smartphone in der Hand mobil im Netz unterwegs ist, macht sich nur selten Gedanken um Dinge wie den damit verbundenen Energiebedarf. Nein, es reicht nicht, das eigene Smartphone aufzuladen. Der Energiebedarf der vielen, vielen Rechenzentren, die nötig sind, um ein Mobilfunknetz aufzubauen und zu betreiben, ist enorm.

Laut einer aktuellen Studie geht der Energiebedarf durch 5G durch die Decke.

5G bedeutet deutlich mehr Energiebedarf

Studie sagt voraus: 3,8 Terawattstunden Mehrbedarf

Die RWTH Aachen hat im Auftrag des Stromlieferanten Eon ausgerechnet (hier die Studie): Der Strombedarf könnte in Deutschland bis 2025 um 3,8 Terawattstunden (TWh) zunehmen – allein durch das 5G-Netzwerk. Genug Strom, um alle 2,5 Millionen Menschen in Düsseldorf, Köln und Dortmund ein ganzes Jahr lang mit Strom zu versorgen.

Die größten Energiefresser sind laut Studie die Campusnetze von Unternehmen, mit denen Maschinen und Roboter vernetzt werden. Viele Unternehmen planen, eigene 5G-Netzwerke aufzubauen, um ihre Geräte zuverlässig und dauerhaft ans Netz zu bringen. Aber auch die vielem kleinen Rechenzentren, die aufgestellt werden, um das 5G-Netzwerk so schnell zu machen wie es … … weiterlesen

Die Sache mit der Filterblase: Buzzard soll’s richten

Der Netzaktivist Eli Pariser hat im Jahr 2011 ein Buch geschrieben und darin den Begriff “Filterblase” eingeführt. Das Argument: Weil uns die (intransparenten) Algorithmen von Google, Facebook und Co. ganz bestimmte Informationen präsentieren und andere vorenthalten, leben wir in einer Art Filterblase. Manche sagen auch Echokammer dazu. Meint: Wir hören und lesen nur, was uns bestätigt. Denn die Algorithmen sind so programmiert.

Die Buzzard App will alle Perspektiven eines Thema abbilden

Ist die Filterblase besser als ihr Ruf?

Ein für mich völlig schlüssiges Bild. Allerdings sollte man ja auch immer offen für neue Argumente sein. Der aktuelle Reuters Digital News Report kommt zu einem anderen Ergebnis. Einige Wissenschaftler sind der Ansicht, dass es nicht die Algorithmen sind – jedenfalls nicht sie alleine -, die dazu führen, dass wir so häufig bestätigende Aspekte, Artikel und Argumente lesen, sondern wir selbst.

Einige Forscher kommen zum Schluss: Wir waren noch nie besser informiert, hatten noch nie so viel Auswahl. Einiges stimmt ja auch: Eine Suchmaschine präsentiert Links zu vielen Angeboten. Da sind garantiert … … weiterlesen

Die Google-Erfinder verlassen die Brücke

Vor 21 Jahren hatten zwei Studenten aus Stanford eine Idee, die die Welt verändern sollte: Larry Page und Sergey Brin entwickelten eine Suchmaschine, die blitzschnell alles (im damals nicht mal ansatzweise den Umfang von heute habenden) Internet findet. Endlich kein Katalog mehr, wie früher im Internet üblich, sondern eine echte Suchmaschine! Genial. Das Konzept ist eingeschlagen wie eine Bombe – und war der Grundstein für den heutigen Google-Konzern.

Dass sich die beiden Gründer den Schlachtruf “Don’t be evil!” haben einfallen lassen (Sei nicht böse!), hat den Menschen natürlich auch gut gefallen. Mann kann angesichts der schieren Größe des Konzerns und der Datensammelwut aber begründete Zweifel äußern, dass sich das Unternehmen an dieses Konzept gehalten hat.

Google Chef Sundar Pichai vor Quantencomputer; Rechte: WDR/Google/Schieb

Google Chef Sundar Pichai leitet schon länger den Google-Konzern

Google wird eine normale Firma

Doch nun gehen Larry Page und Sergey Brin von der Brücke. Sie legen die Geschicke des Unternehmens – und des Algabet-Konzerns – in andere Hände. Google wird schon lange von CEO Sundar Pichai geführt. So sehr, dass man … … weiterlesen

Handy am Steuer? Das wird teuer!

Es soll Leute geben, die haben ihr Handy ständig in der Hand – selbst im Auto. Ja, selbst wenn sie am Steuer sitzen. Einen Anruf annehmen. Eine WhatsApp-Nachricht lesen. Einen Musiktitel auswählen. Es gibt viele (vermeintlich gute) Gründe. Und so weit sind Siri und Co. eben noch nicht, dass sie einem jeden Wunsch erfüllen. Allerdings ist das a) doch recht gefährlich, zumindest wenn sich das Auto bewegt und b) verboten. Wer dabei erwischt wird, muss 100 EUR Strafe zahlen und bekommt einen Punkt.

Allerdings ist das Risiko erwischt zu werden bislang denkbar gering. Da müsste schon eine Polizeistreife am Sünder vorbeifahren – gute Augen vorausgesetzt.

Handy am Steuer - das wird teuer!; Rechte: WDR/Schieb

Während der Fahrt das Handy in der Hand – und schon fotografiert…

Australien baut Blitzanlagen auf

Doch in Australien sieht das anders aus. Da installiert der Staat nun spezielle Blitzanlagen. Die fotografieren nicht dann, wenn das Tempo zu hoch ist oder der Abstand zu gering, sondern wenn die KI einen Fahrer mit Handy in der Hand erwischt. Blitz! … … weiterlesen

Gefährden Google, Facebook und Co. die Demokratie?

Es ist wie Magie: Wir geben einen Suchbegriff ein – und Google präsentiert Fundstellen im Netz, die erstaunlich gut passen. Oder wir fragen einen Assistenten wie Siri oder Alexa und bekommen Ergebnisse vorgelesen. Soziale Netzwerke verbandeln alte und neue Freunde – und verteilen Nachrichten unter ihnen. Wir können überall unsere Meinung sagen und Fotos wie Videos sehen, die andere gemacht haben. Wunderbar, oder?

Regieren per Twitter: US-Präsident nuttz das Netzwerk intensiv; Rechte: WDR/Schieb

Regieren per Twitter: US-Präsident nutzt das Netzwerk intensiv

Schaden oder Nutzen für die Gesellschaft?

Weil die großen Onlinedienste so praktisch, so allgegenwärtig und mittlerweile so unverzichtbar sind – oder zu sein scheinen, das reicht ja schon -, machen wir uns kaum Gedanken, welche Wirkung das alles hat. Wie das funktioniert. Ob uns das als Gesellschaft eher nützt oder eher schadet. Deshalb ist es klasse, dass der Initiativkreis öffentlich-rechtlicher Rundfunk zu einem Symposium aufgerufen und die Frage gestellt hat: Bedrohen Facebook, Google und Co. unsere Demokratie?

Es wurden interessante Positionen und kluge Gedanken dazu ausgetauscht. Ein Vorteil, wenn auf einem Podium Menschen sind, die sich … … weiterlesen

Richtig so: Recht auf Vergessen gestärkt

Das Internet vergisst nichts – heißt es immer wieder. Und stimmt ja auch: Wer sich selbst mal googelt, findet vielleicht auch blöde Partyfotos, einen mehr oder weniger dummen Kommentar in einem Forum, ein witziges Urlaubsvideo – aber mit der Ex-Partnerin – im Netz. So etwas würde man doch am liebsten loswerden… Geht aber nicht. Doch das Bundesverfassungsgericht hat jetzt entschieden: In ganz bestimmten Fällen gibt es sehr wohl ein Recht auf Vergessen.

Das BVG hat das Recht auf Vergessen im Internet gestärkt; Rechte: WDR/Schieb

Das BVG hat das Recht auf Vergessen im Internet gestärkt.

Problem: Alte Artikel sofort sichtbar

Ein Mann, der 1982 wegen zweifachen Mordes verurteilt wurde – ein spektakulärer Fall auf einem Segelschiff, deshalb hat die Presse darüber geschrieben –, hat Jahre nach seiner Freilassung geklagt. Denn wer seinen Namen eingibt, findet praktisch direkt alte Artikel über ihn, vor allem im Online-Archiv des Spiegel, die über den Fall berichten. Das Argument: Er wird die Tat nicht los. Obwohl er seine Haftstrafe abgesessen hat.

Nun gibt es ein vom Europäischen Gerichtshof längst festgestelltes “Recht auf Vergessen im … … weiterlesen

5G: Kein Grund, beleidigt zu sein

Das ist neu: Da kommt mit 5G eine neue Mobilfunktechnik – und wir reden nicht in erster Linie über mehr Tempo, mehr Funktionen, mehr Möglichkeiten, sondern über die Probleme. Über Funklöcher. Mangelhafte Versorgung. Über gesundheitliche Aspekte. Und: Über Huawei. Der chinesische Konzern ist Marktführer in Sachen Netzausbau – und kommt daher aus technischer Sicht natürlich fast zwangsweise als Ausstatter in Frage.

Das 5G Netzwerk macht Schwierigkeiten bei der Planung; Rechte: WDR/Schieb

Das 5G Netzwerk macht Schwierigkeiten bei der Planung

Wo der Bundeswirtschaftsminister Recht hat

Aber solche Entscheidungen sollten nicht nur nach technischen Aspekten gefällt werden. Deshalb ist es gut und richtig, dass intensiv darüber diskutiert wird, ob man Huawei in eins der wichtigsten Netze unseres Landes lassen möchte. Denn 5G wird schnell zu einem unverzichtbaren Kommunikationsnetz werden. Und da geht es nicht um den Austausch von E-Mails oder das Abspielen von Youtube-Videos. Es geht um die Anbindung von Infrastruktur, Wirtschaft, Logistik.

Nachdem Bundeswirtschaftsminister Altmaier bei Anne Will am Sonntagabend mit Nachdruck darauf hingewiesen hat, dass auch die USA spionieren, Daten abgreifen … … weiterlesen

Weg mit dem Kleber: Mehr Nachhaltigkeit, bitte!

Keine Sorge: Wenn ich “Weg mit dem Kleber” rufe, meine ich natürlich nicht den geschätzten Kollegen und Anchor von ZDF Heute. Ich meine den Kleber bei Hardware jeder Art. Denn es ist eine Unsitte, dass heute alles geklebt wird – anstatt zu schrauben oder stecken. Die meisten Hersteller verkleben und verlöten alles: CPU verlötet, SSD-Festplatte verklebt, RAM fest eingebaut, Grafikkarte auf der Platine – selbst der Akku ist immer häufiger fest eingebaut. Es ist ein Desaster.

Ersetzen von Arbeitsspeicher - früher möglich; Rechte: WDR/Schieb

Ersetzen von Arbeitsspeicher – früher war das möglich

Kleben statt Schrauben = Reparatur unmöglich

Klar, durch diese modernen Methoden werden die Geräte kompakter. Aber es bringt auch enorme Nachteile mit sich: Es ist praktisch unmöglich, eine Komponente auszutauschen, etwa wenn sie defekt ist. Selbst ein “Reinschauen” ins Gerät ist oft nicht möglich, dann nämlich, wenn das Chassis fest verklebt ist mit der Platine. Bedeutet: Defektes Bauteil – unnützes Gerät. Schrott. Müll. Umweltbelastung.

Auch ein Aufrüsten des Arbeitsspeichers: Immer öfter nicht möglich. Etwa bei den nagelneuen Notebooks von Apple. Wer so ein … … weiterlesen

Komplettüberwachung durch Konzerne: Wo Amnesty International Recht hat

Amnesty International kümmert sich um Menschenrechte. Jetzt sieht die Organisation gleich die Menschenrechte von uns allen gefährdet. Konkret: Konzerne wie Facebook oder Google würden unser Recht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung untergraben. Ununterbrochen und immer stärker. So heißt es jedenfalls in einem jetzt veröffentlichten Bericht, der ohne jeden Zweifel Wellen schlagen wird. Denn wer wollte ernsthaft bestreiten, dass Amnesty International Recht mit seiner Einschätzung hat?

Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe; Rechte: WDR/Schieb

Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe

Uneingeschränkte Überwachung und Datenausbeutung

Uneingeschränkte Überwachung und Datenausbeutung – so lauten die Anklagepunkte. Beides trifft zu. Die Datenausbeutung ist nicht etwa ein Kollateralschaden, sondern Geschäftskonzept. Wir wissen das – und die meisten von uns unternehmen trotzdem nichts dagegen. Denn der Trick ist ja: Es werden kostenlos Dienste zur Verfügung gestellt, die schnell derart unentbehrlich werden, dass sich die meisten nicht entziehen können oder wollen.

Weiter sagt Amnesty International: Die Bundesregierung und die EU müssten rechtsstaatliche Rahmenbedingungen schaffen, um die Grund- und Menschenrechte kommender Generationen in einer digitalen Welt zu wahren. Auch das ist richtig. Eigentlich wäre es sogar Aufgabe der Vereinten … … weiterlesen

China baut eine neue Mauer: Geblockte Inhalte

Die Chinesische Mauer ist ein beeindruckendes Bauwerk. Ich war zwar noch nie auf dem Mond. Aber es heißt, man könne die Chinesische Mauer von da oben aus mit bloßem Auge erkennen. Als einziges Bauwerk der Erde. Beeindruckend! Derweil ist China dabei, eine neue Mauer zu errichten – und die hat ebenfalls längst gigantische Ausmaße angenommen. Allerdings ist die “Great Firewall of China” weitgehend unsichtbar. Selbst wenn man direkt davor steht. Allerdings lässt sich der Effekt beobachten.

Der Beweis: Tagesschau ist in China blockiert; Rechte: WDR/Schieb

Der Beweis: Tagesschau ist in China blockiert

So funktioniert Meinungsfreiheit in China

Die “Great Firewall of China” ist ein überaus mächtiges Zensurinstrument der chinesischen Regierung, die es bereits seit den 90er Jahren gibt. Natürlich nur – so die Regierung – , um die chinesischen Bürger zu schützen. So werden Inhalte blockiert, die sich kritisch mit der chinesischen Regierung auseinandersetzen. Die übliche Logik: Kritik = Terror. Wird also gesperrt. Gerne werden dann gleich komplette Domains vom Netz genommen, nicht etwa nur einzelne Artikel oder Videos. Das wäre ja auch viel zu … … weiterlesen

50 Millionen Euro Gamesförderung mit Makel

Jetzt kommt die Gamesförderung also tatsächlich. Bis 2023 soll der Bundestag bis zu 200 Millionen Euro an Spieleentwickler in Deutschland verschenken. Doch die Förderung hat einen Schönheitsfehler.

Es war ein monatelanges Bangen in der deutschen Spielebranche, ob die Politik das große Steuersäckel öffnen und die versprochenen 50 Millionen Euro jährlich ausschütten würde.

Mal versprach Verkehrsminister Andreas Scheuer, verantwortlich für Digitale Infrastruktur, es gebe für ihn kein wichtigeres Thema, dann wurde das Wort „Game“ von ihm totgeschwiegen. Die Förderung verschwand aus dem Haushaltplan. Bis sie jetzt schließlich – auf den allerletzten Drücker – im Haushaltsausschuss durchgewunken wurde. Jetzt fehlt nur noch das grüne Licht der EU-Kommission.

Nötig hat die Gamesbranche in Deutschland eine Förderung durchaus: Voriges Jahr machte sie hierzulande einen Umsatz von rund 135 Millionen Euro – und hatte damit einen winzigen Marktanteil von nur 4,3 Prozent. Die Branche boomt, deutsche Unternehmen profitieren davon aber nicht. Die internationale Konkurrenz aus den USA, Kanada, Frankreich oder Polen ist viel besser aufgestellt.

Gamesförderung: Mehr Wirtschaft als Kultur

Das soll die Förderung ändern. Minimalziel: Der Marktanteil in Deutschland muss erheblich steigen. Und wenn der eine oder andere internationale Erfolgstitel darunter wäre, ein deutscher Blockbuster, würde das der Fortsetzung der Förderung über 2023 sicher … … weiterlesen

Null Sterne für irreführende Online-Bewertungen

Was hat uns das Internet nicht alles Tolles gebracht. Online-Bewertungen zum Beispiel. Ob Hotel, Restaurant, Schnupfenmittel, Kinofilm, Musikalbum, Bestseller, Arzt – praktisch alles wird online bewertet. Von allen. Sternchen hier, Sternchen da.

Doch was haben wir am Ende wirklich davon? Ich fürchte: Mehr Verwirrung und Irreführung als Erkenntnis. Denn wir kennen die Leute nicht, die da bewerten. Wir wissen nicht, ob wir ihnen trauen können. Auch Laien und Ahnungslose geben Bewertungen ab. Außerdem gibt es jede Menge (gekaufter) Fake-Bewertungen. Seriös oder wirklich nützlich ist das nicht.

Ratings bringen den Nutzern in der Regel nicht viel; Rechte: WDR/Schieb

Ratings bringen den Nutzern in der Regel nicht viel

Fake-Bewertungen sind rechtswidrig

Bewertungen bringen zweifellos mehr Umsatz. Amazon hat das System nicht unbedingt eingeführt, aber doch als erster Anbieter prominent genutzt. Ein bis in den letzten Winkel optimierter Konzern wie Amazon würde das nicht tun, wenn es nicht dem Umsatz steigert. Davon dürfen wir einfach mal ausgehen. Das allein ist schon Beleg dafür, dass Online-Bewertungen nicht uns nützen, sondern den Anbietern.

Das Münchner Landgericht hat … … weiterlesen

E-Evidence-Verordnung birgt viele Risiken

Diesen Begriff werden wir in Zukunft wohl öfter hören und lesen: E-Evidence-Verordnung. Dahinter steckt ein Plan der EU-Kommission, die Sicherheitsbehörden – also etwa Polizei, Justiz, Verfassungsschutz – in allen europäischen Ländern einen mehr oder weniger unkomplizierten Zugriff auf Cloud-Daten in Europa ermöglichen will. Und zwar völlig unbürokratisch: Die Anordnung eines Gerichts reicht – schon müssten die Daten herausgegeben werden.

Daten und Dokumente in der Cloud sollen europaweit von Gerichten und Behörden abgerufen werden können; Rechte: WDR/Schieb

Daten und Dokumente in der Cloud sollen europaweit von Gerichten und Behörden abgerufen werden können

Verordnung soll die Arbeit von Ermittlern vereinfachen

Klingt erst mal vernünftig und sinnvoll. Will man zum Beispiel einer Wiener Polizeibehörde zumuten, dass sie in Frankreich, Deutschland, Ungarn und Portugal um Amtshilfe bittet, weil ein Verdächtiger auf verschiedenen Servern in diesen Ländern Daten gespeichert hat? Es dauert oft zehn Monate und mehr, bevor so ein Amtshilfeersuchen Wirkung zeigt und die begehrten Daten oder Dokument ausgeliefert werden. Das muss schneller gehen, denkt sich die EU-Kommission (und … … weiterlesen

Warum Disney+ die anderen Streamingdienste schwächt

Erst vor wenigen Tagen ist Apple TV+ an den Start gegangen – auch bei uns in Deutschland. Heute (12.11.2019) startet in USA, Kanada und den Niederlanden Disney+. Ein weiteres Streamingangebot, das Netflix, Amazon Video und anderen bereits etablierten Streamingdiensten mächtig Konkurrenz macht. Im Fall von Disney+ bedeutet Konkurrenz aber nicht nur, dass ein Dienst dazu kommt, sondern auch, dass den anderen Anbietern künftig Inhalte fehlen werden.

Disney+ hat viele attraktive Inhalte; Rechte: Disney/WDR/Schieb

Disney+ hat viele attraktive Inhalte

Disney zieht Inhalte bei Netflix und Amazon ab

Wer bei Disney nur an Micky Maus und Donald Duck denkt, ist auf dem Holzweg. Disney ist längst einer der größten und mächtigsten Inhalteanbieter. Zu Disney gehören unter anderem auch Pixar, Lucasfilm, die Marvel Studios und 21st Century Fox. Jede Menge Inhalte, Filme und Serien, die vor allem beim jungen Publikum gut ankommen. Disney+ bietet “Star Wars”, die meisten der Superhelden-Filme aus der Marvel-Ecke, aber auch beliebte Familienfilme.

Die gibt es – teilweise – auch bei Netflix und Amazon Video. Künftig aber wohl eher nicht mehr. Disney zieht die … … weiterlesen

Es braucht faire Regeln für KI

Künstliche Intelligenz ist ein Begriff, der schwer zu fassen ist. Im Kern natürlich schon, die KI im wissenschaftlichen Sinn. Aber der Begriff hat sich längst verselbständigt – wird als Mode- und PR-Begriff verwendet. Auf der IFA waren viele Geräte mit “KI” gelabelt… Oft eine hoffnungslose Übertreibung und jedenfalls nicht der Bereich, über den wir uns Gedanken oder sogar Sorgen machen müssten.

Faire Regeln für KI: Diskussion auf einer Veranstaltung in Köln; Rechte: WDR/Schieb

Faire Regeln für KI: Diskussion auf einer Veranstaltung in Köln

KI ist kaum beherrschbar

Ein kritischer Blick auf KI in jeder Daseinsform ist immer dann nötig, wenn sie in unser Leben eingreift – und das passiert durchaus. Sehr häufig sogar. Wir wissen nur nicht, dass es sich um KI handelt. Welche Inhalte uns Facebook in der Timeline präsentiert, entscheiden KI-Algorithmen. Welche Antworten wir bekommen, wenn wir Assistenten wie Alexa, Cortana, Siri oder Google Home befragen, entscheiden KI-Systeme. In welche Stimmungslage wir uns gerade befinden, das beurteilen KI-Systeme – etwa bei Amazon.

Bisher dürfen sie das munter … … weiterlesen

Meine Gesundheitsdaten gehören mir!

Unser Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert mehr Digitalisierung in der Medizin.

Vollkommen plausibel und wohl auch richtig, in der Medizin Prozesse optimieren und digitalisieren zu wollen. Wer Patient ist, wundert sich, wie viel heute in unserem Gesundheitsbetrieb noch auf Papier passiert. Und wie lange es dauert, bis zum Beispiel die Ergebnisse aus Labor oder “bildgebender Diagnostik” (CT, MRT, Röntgen) beim behandelnden Arzt landen. Außerdem werden viel zu viele Dinge mehrfach gemacht – das kostet Zeit und Geld.


Gesundheits-Apps sammeln sensible Daten

Sensible Gesundheitsdaten vertraulich behandeln

Doch wenn Telemedizin und vor allem Health-Apps in unseren Alltag einziehen, sind die Anforderungen an den Datenschutz natürlich besonders hoch. Verständlicherweise – und auch vollkommen richtig so. Denn niemand möchte, dass seine Gesundheitsdaten in falsche Hände geraten. Zwar wird auch mit Daten auf Papier nicht immer sorgfältig umgegangen. In der digitalen Welt aber ist das Risiko für Indiskretionen, Pannen und Missbrauch besonders hoch.

Die Chat-App Ada zum Beispiel, die durch geschicktes Nachfragen Erstdiagnosen stellen soll, hat sensible Daten bei Dienstleistern wie Amplitude, aber sogar auch bei Facebook abgeliefert. Facebook! Mark Zuckerberg freut sich persönlich einen Ast, … … weiterlesen

Alexa und Co. per Laser fernbedienen

Was braucht man, um einen modernen Sprachassistenten wie Google Home, Amazon Alexa oder Apples Siri auszutricksen? Ein Laserstrahl reicht – schon bekommt der Begriff “Fernbedienung” eine völlig neue Bedeutung.

Denn wie seriöse Forscher aus USA und Japan belegt haben, ist es tatsächlich möglich, aus 75 Meter Entfernung einen “smarten” Lautsprecher fernzusteuern. Man muss also nicht im selben Raum sein wie Amazon Echo, Google Home, Apple Homepod – oder sogar ein Smartphone oder Tablet mit aktiviertem Sprachassistenten. Dem Assistentsystem lassen sich per direkt auf das Mikrofon gerichteten Laserstrahl Sprachbefehle “injizieren” – etwa vom Haus gegenüber, direkt durchs Fenster.

Per Laserstrahl Befehle übermitteln; Rechte: WDR/Schieb

Fernbedienung: Angreifer könnten per Laserstrahl Befehle übermitteln

Sprachbefehle per Laserstrahl übertragen

Der Sprachassistent meint etwas zu hören – und führt die Anweisungen aus. Das geschieht lautlos. Man kann als Eigentümer direkt daneben stehen und bekommt nichts davon mit. Der von den Forschern auf ihrer Projektseite ausführlich vorgestellte Versuchsaufbau erinnert an Hollywood-Agentenfilme, ist aber am Ende doch so simpel, dass ein Einsatz alles andere als undenkbar erscheint. Viel mehr als ein technisches Equipment im … … weiterlesen

Übernehmt Verantwortung, Spielefirmen!

Blizzard hat versucht, Verantwortung zu nehmen. Und das ging gehörig schief. Vor etwa einem Monat hatte der Games-Konzern hinter “World of Warcraft” einen E-Sportler abgestraft: Chung Ng Wai, einer der 50 besten Spieler von Blizzards digitalem Kartenspiel “Hearthstone”, hatte sich öffentlich in einem Turnier mit den Demonstranten in Hongkong solidarisiert.

Blizzard reagierte prompt, verwies auf die strenge “Keine Politik in unseren Turnieren”-Regel und sperrte Chung Ng Wai für ein Jahr. Mutmaßlich um es sich mit dem chinesischen Markt nicht zu verderben – und ist dabei massiv übers Ziel hinausgeschossen.

RT PoliticalShort „RT Slasher: Blizzard President J. Allen Brack addresses his and the company’s role in penalizing Hong Kong pro Hearthstone player blitzchung

„We didn’t live up to the standards we set for ourselves. We failed in our purpose. And f… pic.twitter.com/xzypjEmMzm

— DANIEL GLENN (@REALDANIELGLENN) November 2, 2019

Nun hat sich Blizzards Präsident J. Allen Brack für dieses, wie er sagt, vorschnelle Verhalten entschuldigt. Das sei nicht, wofür Blizzard stünde, man wolle Menschen auf der ganzen Welt zusammenbringen. Nicht trennen. Und: Die Sperre von Chung Ng Wai bleibt bestehen. Das zeigt, wie hilflos die Anbieter von Games und Game-Plattformen sich gegenüber politischem Aktivismus sehen.

Spiele … … weiterlesen

YouTube, der Ich-mach-mich-schlau-Kanal

Was ist YouTube? Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Klar, hier kann jeder Videos hochladen und sich auch jeder Videos anschauen.

Aber für welche Art von Content steht YouTube eigentlich? Die Frage stellt sich kaum jemand. Denn am Ende kann sich jeder genau das anschauen, was ihn/sie interessiert. Katzenvideos. Gamer-Videos. Influencer-Videos. Nachrichten vom WDR. How-to-Videos.

Rund 300 Stunden Videomaterial werden pro Minute bei YouTube hochgeladen. Unvorstellbare Mengen.

Lauter How-to-Video-Macher aus Deutschland; Rechte: WDR/Schieb

Lauter How-to-Video-Macher aus Deutschland

YouTube meint: How-to ist Trumpf

Da landen dann auch schon mal Videos von Terroristen im Netz, die stolz ihre Gräueltaten zeigen. Oder Videos von Amokläufern. Videos von Volksverhetzern und von Irren, die Kindern Angst machen wollen. Von politischen Agitatoren,  die das politische Meinungsbild verzerren wollen. Von Influencern, denen es nur um den eigenen Vorteil geht. Und, und, und. Eindeutig die Schattenseiten eines Videoportals, in dem eben jeder (nahezu) alles zeigen darf/kann.

Aber: Es gibt auch eine Menge wirklich gut gemachter How-to-Inhalte. Wie schäle ich eine Ananas? Wie verlege ich Fliesen? Wie löse ich meine Mathe-Hausaufgaben? … … weiterlesen

Heute schon getäuscht worden?

Seit 50 Jahren gibt es jetzt also das Internet (hier nachzulesen). Grund genug, sich Gedanken darüber zu machen, in welche Richtung sich das Internet entwickelt hat – und in welche Richtung es sich eigentlich hätte entwickeln sollen.

Denn eins ist mir klar geworden, als ich vor einigen Tagen für Dreharbeiten im Heinz Nixdorf Museums Forum (HNF) gewesen bin (weil es dort “Meilensteine” des Internet zu sehen gibt):  Die Pioniere des Internet wollten ein ganz anderes Internet als wir es heute haben. Sie wollten vor allem eins: Das Wissen der Welt schnell und bequem verfügbar machen. Sie wollten die Welt schlauer machen – nicht dümmer.

Fake oder Fact News?; Rechte: WDR/Schieb

Gründer des Internets wollten vor allem informieren

Aber ist das wirklich gelungen? Viele informieren sich vor allem, nicht wenige sogar ausschließlich, in Sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Co. Das wäre ja nicht zu beanstanden, wenn das einigermaßen seriös möglich wäre. Aber wie wir nur zu gut wissen, wird insbesondere hier jede Menge Unsinn verbreitet. Auch Lügen. Falschinformationen.  Es wird gelogen, betrogen und manipuliert.

Bist Du heute … … weiterlesen

Gaia X: Ab in die Europäische Wolke

Wer wollte noch ernsthaft bestreiten, dass die Cloud ein Erfolgsmodell ist. Egal ob Unternehmen, Behörden oder Privatleute: Daten in der Cloud abzulegen und dort auch Apps zu starten, hat einfach jede Menge Vorteile. Man kann überall und jederzeit auf die Daten zugreifen, die Apps sind grundsätzlich up to date. Wunderbar.

Die ebenfalls existierenden Nachteile – und davon gibt es reichlich – blenden wir angesichts des Komfortgewinns nur zu gerne aus. Und die sind unter anderem: Abhängigkeit, mangelnder Datenschutz und auch Klimaaspekte.

Fast alles landert unbemerkt in der Cloud; Rechte: WDR/Schieb

Fast alles landert unbemerkt in der Cloud

Abhängigkeit von US-Konzernen verringern

Ganz ehrlich: Die Abhängigkeit von US-Konzernen ist brandgefährlich. Niemand kann wissen, was Cloud-Dienste wie Amazon, Microsoft oder Google mit den Daten anstellen. Seit Edward Snowden wissen wir doch, wie ungeniert US-Behörden spionieren. Anstand, Ehre oder Verträge interessieren die NSA nicht. Und einige US-Konzerne nehmen es mit dem Datenschutz bekanntlich auch nicht so genau.

Deshalb ist es eine äußerst gute Idee, sich davon möglichst unabhängig zu machen – zum Beispiel mit … … weiterlesen

Internet: Vor 50 Jahren ging’s los …

Internet? Für die meisten von uns heute selbstverständlich. Der Startschuss dafür ist genau vor 50 Jahren gefallen. Am 29. Oktober 1969 wollte der Informatiker Leonard Kleinrock in den USA die erste aller Nachrichten im Netz verschicken.  Ein Netz, das damals aus nur vier Universitäts-Computern bestand. Doch noch bevor der Wissenschaftler das Wort “Login” eingetippt hatte, stürzte der Computer ab. Am späteren Abend klappte es dann. Das Internet war geboren.

Tim Berners-Lee würde sich ein anderes Internet wünschen; Rechte: WDR/Schieb

Tim Berners-Lee wünscht sich ein anderes Internet

Von vier auf vier Milliarden Nutzer

Ausfallsicher sollte das anfangs fürs Militär gedachte Internet sein. Dann ein Rechnerverbund für Unis, später Behörden. In den 90er Jahren wurde das Internet dann für die Allgemeinheit geöffnet: Vizepräsident Al Gore hat die Sache 1993 vorangetrieben. Ab da gab es kein Halten mehr: Die Menschen strömten ins Netz – ebenso Unternehmen. Um die Jahrtausendwende wurde das Internet schnell zu einer ganz großen Sachen.

50 Jahre nach dem Startschuss nutzen allein in Deutschland 92 Prozent aller Menschen das Internet. Anfangs vier Menschen. … … weiterlesen