Gesundheitsminister Jens Spahn macht mächtig Druck. Er will die elektronische Patientenakte im Gesundheitswesen in eineinhalb Jahren durchgesetzt haben. Weil der Widerstand in der Ärzteschaft aber groß ist und auch Computerwissenschaftler vor erheblichen Sicherheitslücken warnen, sollen Patienten und digitalaffine Ärzte jetzt mit Gesundheits-Apps gelockt werden.
Blitzschnell wurde deshalb in das von Spahn eingebrachte Digitalisierungsgesetz, noch ein Passus über Gesundheits-Apps auf Rezept eingefügt. Neben Regelungen zur Telemedizin und Videosprechstunden sowie zur elektronischen Patientenakte, bilden die Gesundheits-Apps jetzt den dritten großen Themenschwerpunkt in der Gesetzesvorlage.
Künftig sollen Ärzte Apps verschreiben können, die zum Beispiel den Patienten daran erinnern, dass er jetzt ein Medikament einnehmen muss. Ein Diabetiker-Tagebuch etwa soll die Blutzuckerwerte dauerhaft digital dokumentieren. Die Miktions-App verzeichnet etwa den täglichen Urinverlust von Patienten mit Blasenschwäche.
Gesundheits-Apps als Köder
Über die Sinnhaftigkeit solcher Apps lässt sich streiten. Entscheiden soll darüber das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte. Dort müssen die Gesundheits-Apps nämlich zugelassen … … weiterlesen →