Mein Alltag mit dem Surface Duo 2: Software und Performance

Das Surface Duo 2 befindet sich nun seit einigen Wochen in meinem Besitz und ich nutze das Dual Screen Surface als mein alleiniges Hauptgerät. Wie bereits beim Duo der ersten Generation möchte ich euch immer wieder mit einzelnen Erfahrungsberichten auf dem Laufenden halten, sofern meine Zeit es erlaubt. In diesem Beitrag möchte ich über die Software und die Performance sprechen. Wir erinnern uns, das Surface Duo 1 hatte teils mit heftigen Bugs und einem inkonsistenten Nutzererlebnis zu kämpfen. Ob Microsoft bei der zweiten Generation in diesen Punkten nachbessern konnte, erfahrt ihr in diesem Artikel. Ich wünsche euch viel Spaß.

Dazu interessant: Surface Duo 1 und Duo 2 im Hardware-Vergleich

Surface Duo 2 – So hätte die erste Generation erscheinen müssen

Wer mit der ersten Generation unterwegs ist, der kennt die vielen kleinen Problemchen der Software auf dem kleinen Dual Screen Surface. Es war schnell klar, das innovative Hardware auf ein Betriebssystem trifft, welches für diese Art Gerät aktuell nicht ausgelegt ist. Microsoft musste daher einiges an Arbeit in die Anpassung von Android 10 stecken, um die Nutzung mit zwei Screens zu realisieren. Allerdings lief das Ganze trotzdem oft unrund und es kam zu teils sehr nervigen Problemen. So schaltete sich manchmal einfach ein Screen ab, weil das Gerät dachte man sei im Phone Mode oder es wurde beim Umklappen in den erwähnten Modus der falsche Screen genutzt. Diese Erkennung, in welcher Position ich das Duo halte, funktionierte nicht immer zuverlässig und gerade die Aufnahme von Fotos wurde dadurch teils zur echten Qual.

Die gute Nachricht, mit dem Surface Duo 2 sind die meisten Probleme verschwunden. So hätte das erste Duo launchen sollen.

Die Software – Wenig Bugs und eine Menge Spaß

In meinem Erfahrungsbericht zum ersten Duo hatte ich geschrieben, dass die Software viel Spaß bringt, wenn sie rund läuft. Genau dies tut sie auf dem Duo 2 nun und es mach daher wirklich Spaß. Die gleichzeitige Nutzung zweier Apps geht leicht von der Hand, Abstürze und Co. habe ich bislang keine erlebt.

Um die Probleme bei der automatischen Erkennung der Displays im Phone Mode zu beheben, hat Microsoft nun auf die Erkennung per Gyroskop verzichtet und nimmt automatisch das rechte Display als Standarddisplay. Man kann natürlich weiterhin das Gerät herumdrehen und das andere Display dann mit einem Doppeltipp nutzen. Das funktioniert auch wirklich ohne Probleme und lässt einen die teils frustrierenden Momente mit dem Vorgänger vergessen.

Die Software des Surface Duo 2 ist allerdings keineswegs perfekt und Microsoft muss hier weiterhin investieren und mit raschen Updates die verbliebenen Fehler ausbügeln.

Surface Duo 2

Fehlende Animationen und verbliebene Bugs

Ein Problem der Software auf dem Duo 2 betrifft die Animation beim Öffnen einer App. Diese fehlt nämlich komplett. Zwar hat Microsoft bereits bestätigt, den Fehler intern behoben zu haben, auf einen Rollout warten wir allerdings bislang noch. Wieso dies nicht zu Release behoben werden konnte, ist mir ein Rätsel. Klar, dies ist wirklich kein schlimmer Bug, sorgt jedoch für ein nicht ganz so schönes Gesamterlebnis bei der Bedienung. Denn ansonsten laufen die Animationen butterweich. Snapdragon 888 und 90Hz sei Dank.

Weitere kleine Probleme betreffen die Erkennung der verschiedenen Swipe-Gesten. Diese werden ab und an nicht korrekt erkannt. Hier muss Microsoft also definitiv an der Touch-Sensibilität schrauben, denn aktuell ist das Duo 2 wirklich gnadenlos und bietet kaum Fehlertoleranz bei den ausgeführten Wischbewegungen. Es gibt allerdings einen Trick, wie man die Erkennung selbst verbessern kann. Deaktiviert man den Google Assistant und startet das Gerät anschließend neu, ist die Touch-Erkennung deutlich besser. Dieser kleine Trick funktioniert übrigens auch auf dem ersten Surface Duo. Offensichtlich kommen hier die Gesten für das Öffnen des Google Assistant in Konflikt mit den Gesten zum Steuern des Duo selbst.

Android 12L – Der Durchbruch?

Mit Android 11 wurden von Google, in Zusammenarbeit mit Microsoft, das erste Mal auch Geräte mit zwei Screens oder einem faltbaren Screen bedacht und die Unterstützung für diese nativ in das OS integriert. Wie viel das Update auf Android 11 wirklich zur Verbesserung bei der Software auf dem Duo 2 beigetragen hat, ist allerdings schwer zu sagen. Eine grobe Aussage können wir vermutlich erst dann treffen, wenn auch das erste Surface Duo das Update erhalten hat. Dies dürfte im Dezember der Fall sein. Sollten hier starke Verbesserungen bei Stabilität und Co. auftreten, hat Android 11 sicherlich seinen Teil beigetragen. Dennoch ist die Unterstützung für faltbare Geräte nach wie vor sehr rudimentär im OS verankert. Doch Rettung naht.

Kürzlich hat Google mit Android 12L (vormals Android 12.1) eine Version des OS vorgestellt, welche explizit für Geräte wie das Surface Duo und das Samsung Galaxy Fold entwickelt wurde. So werden unter anderem die vom Surface Duo bekannten Gesten für das Multitasking nativ in Android integriert, Microsoft muss hier also nicht mehr selbst eine eigene Lösung pflegen und unterhalten. Es ist daher davon auszugehen, dass Microsoft Android 12 überspringen und direkt auf Android 12L setzten wird, welches im Frühjahr erwartet wird. Zusammen mit diesem wird es auch neue Guidelines für Entwickler und deren Apps geben, um die Möglichkeiten von Dual Screens besser nutzen zu können.

Eingangs hatte ich erwähnt, dass ein neuer Geräteformfaktor auf ein OS trifft, welches dafür nicht gedacht ist. Mit Android 11 bewegten sich beide Komponenten bereits einen Schritt aufeinander zu. Mit Android 12L könnte dann endlich zusammenwachsen, was zusammengehört.

Die Performance des Surface Duo 2 – Schnell und flüssig

Im Inneren des Surface Duo 2 kommt der Snapdragon 888 zum Einsatz. In Benchmarks rangiert das Duo 2 vor anderen Android Smartphones und überzeugt mit starken Werten. Doch viel wichtiger ist natürlich die Performance und das Erlebnis im Alltag. Was soll ich sagen, das Duo 2 rennt. Es ist schnell, die 90Hz sorgen für flüssige Animationen und Bewegungen und das Multitasking macht einfach eine Menge Spaß. Die 8GB RAM reichen Dicke aus und machen sich nicht negativ bemerkbar. Hier gibt es also nicht viel zu sagen.

Surface Duo 2

Der Microsoft Launcher – Weiterhin wenig Optionen und Langweile

Wie auf dem Duo 1 kommt auch beim Nachfolger eine extra angepasste Version des Micrsoft Launcher zum Einsatz. Diese bietet allerdings weniger Möglichkeiten als auf anderen Android Smartphones. So könnt ihr keine Icon-Pakete installieren und selbst die Wahl der Akzentfarbe wird euch vorenthalten.

Leider hat sich hier auch mit Android 11 und dem Surface Duo 2 nichts geändert. Ja, der Widget- und News-Feed sieht nun ein bisschen schicker aus und erinnert an Windows 11 und auch sonst gibt es hier und da kleine optische Änderungen. Das war es aber auch schon. Wer auf viele neue Features gehofft hatte, wird aktuell leider enttäuscht. Hoffentlich wird Microsoft in den kommenden Monaten hier mehr Arbeit investieren.

Software auf dem Surface Duo 2 – Ein kleines Team und ein Experiment

Schaut man auf die Probleme des Duo und die Wartezeiten bei den Updates, so drängt sich schnell der Vergleich mit anderen Herstellern, wie zum Beispiel Samsung auf. Allerdings wird hier schnell vergessen, dass Samsung ebenfalls einen steinigen Weg hinter sich hat und zum anderen auf ein enorm großes Team zugreifen kann. Für Samsung ist das Geschäft mit Android-Smartphones sehr wichtig und entsprechend viele Ressourcen werden dafür genutzt.

Bei Microsoft arbeitet nur ein kleines Team an Android für das Duo und dieses wird darüber hinaus mit der Aufgabe konfrontiert, ein fremdes OS für ein völlig neues Gerätekonzept anzupassen. Das Surface Duo ist für Microsoft ein kleiner Nebenschauplatz, ein Experiment. Dies darf bei aller berechtigter Kritik nicht außer Acht gelassen werden. Damit möchte ich aber nicht die Probleme und vor allem die miese Kommunikation der Redmonder mit seinen Kunden entschuldigen. Microsoft muss hier besser werden. Sie müssen Probleme benennen und eine grobe Roadmap für deren Lösung bereitstellen.

Das allerdings auch Geräte von anderen namhaften Android-Herstellern Probleme machen können, sieht man aktuell an den Bugs und Fehlern des neuen Google Pixel 6.

Fazit

Die Software auf dem Surface Duo 2 ist bei weitem nicht perfekt. Gerade die Erkennung der Gesten macht öfters noch Probleme. Dennoch ist es ein gewaltiger Schritt im Vergleich zur ersten Generation. Die Software ist viel stabiler geworden. Abstürze, Black-Screens und Co. gehören der Vergangenheit an und die Nutzung der beiden Screens macht einfach unglaublich viel Spaß. Es fehlt jetzt noch der nötige Feinschliff und dann haben wir ein wirklich tolles Softwareerlebnis auf dem Surface Duo 2. Dazu noch einige neue Features für den Microsoft Launcher und ich wäre wirklich zufrieden.

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