Manchmal kann man ja fast den Eindruck bekommen, dass Microsoft im Namen von “Business” und “Produktivität” alle Produkte killt, die Privatanwendern irgendwie Spaß machen. (Ja, hier spricht wieder mal der alte Windows Phone Fan). Die Xbox, die mit der Series X gerade in eine neue Generation geht, ist da eine überraschende Erfolgsgeschichte.
Xbox Chef Phil Spencer hat nun aber in einem Interview verraten, dass die Gaming-Konsole vor einigen Jahren kurz vor dem Aus stand.
2013 verlor das Xbox Team seinen damaligen Leiter Don Mattrick, der zum Spieleentwickler Zynga wechselte. Dem vorausgegangen war die total gefloppte Vorstellung der Xbox One auf der Spielemesse E3.
Microsoft hatte angekündigt, dass physische Spiele fortan an nur eine Konsole gekoppelt werden würden, was dem Gebrauchtmarkt für Xbox Games (damals noch durchaus bedeutend) den Tod gebracht hätte. Nach dem wenig überraschend Shitstorm musste der Konzern schnell zurückrudern. Auch der hohe Preis der Xbox One, die zunächst nur zusammen mit dem Bewegungssensor Kinect verkauft wurde, sorgte für negative Reaktionen. Insgesamt ging der Plan, die Xbox One als Entertainment statt als reine Spiel-Konsole zu vermarkten ganz klar nach hinten los.
Chaos bei Microsoft
In dieser schwierigen Situation war das Projekt Xbox kopflos und die Kompetenzen über den ganzen Konzern verteilt. Es gab ein Plattform Team, das First-Party-Games Team von Spencer in einer anderen Abteilung und dann noch ein separates Team fürs Marketing. “Wir haben es dennoch hinbekommen und die Xbox One mehr oder weniger pünktlich gelauncht“, erinnert sich Spencer gegenüber Shacknews.
Als dann 2014 Steve Ballmer von Satya Nadella als CEO von Microsoft abgelöst wurde, stand die Zukunft der Spielekonsole auf der Kippe. Angesichts der starken Konkurrenz durch Sonys Playstation gab es ernsthafte Zweifel, ob es sich lohnt die Xbox Reihe weiterzuführen.
Wie wir wissen, sollte Windows Mobile bald Nadellas Rotstift zum Opfer fallen. Zum Glück hatte Phil Spencer mehr Erfolg, den neuen Microsoft Chef vom Wert der Xbox zu überzeugen.
“[Satya] und ich hatten eine Diskussion und […] ich habe gesagt: ‘Weißt Du, Gaming kann für die Firma eine wirklich wichtige Kundensparte sein.’ Er hat es nicht ganz verstanden […], weil er vorher noch nicht so viel damit zu tun hatte. Aber er war bereit, auf uns und unser Team zu setzen.”
Wie Spencer weiter zugibt, sei er selbst dann hauptsächlich deswegen zum Xbox Chef ernannt worden, weil kein anderer Manager im Unternehmen zur Verfügung stand. Für die Gamer aber auch für Microsoft selbst offenbar ein Glückgriff. Die Xbox ist mittlerweile hochprofitabel und ein integraler Bestandteil des Windows 10 Ökosystems.
via finanzen.net
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